Administratives

Wohnung behalten oder nicht?

Auf Grund unseres Alters werden wir unsere Wohnung in der Schweiz behalten. Wir möchten die Sicherheit haben, jederzeit nach Hause kommen zu können. Zudem beabsichtigen wir, regelmässig zwei bis drei Monate im Jahr zu Hause zu verbringen.

Wohnsitz in der Schweiz behalten oder abmelden? 

Keine Wohnung oder Wohneigentum in der Schweiz

Ohne Wohnung, die auf deinen Namen lautet oder Wohneigentum oder anderweitigen Liegenschaftenbesitz müssen Schweizer den Wohnsitz aufgeben, sobald sie länger als 6 Monate dauernd im Ausland abwesend sind. Da und dort gibt es Gemeinden, die diesbezüglich jedoch mit sich reden lassen.

Wohnsitz abmelden

Wohnsitz abmelden bedeutet, sich bei der Einwohnerkontrolle abmelden. Dies geht oft damit einher, dass zuerst einmal alle Steuern bezahlt werden müssen. Danach fallen dafür auch keine Steuern mehr an – ausser man verfügt immer noch über ein regelmässiges Einkommen, das auf eine Schweizer Bank ausbezahlt wird oder von einer schweizerischen Institution geleistet wird, wie etwa eine AHV oder Pensionskassen Rente oder dergleichen. Dann bleibt man steuerpflichtig, auch ohne Wohnsitz.

Keine Steuern mehr bezahlen müssen – das ist ja wunderbar, denkst du vielleicht. Doch Achtung, es gibt Stolpersteine. Wenn du deinen Wohnsitz in der Schweiz aufgibst, hat dies Auswirkungen auf deine Bankkonten, die von der Bank her eventuell gekündigt werden – desgleichen mit Kreditkarteninstituten und Versicherungen. Du verlierst auch das Anrecht auf deine Krankenkasse, wiewohl einzelne Krankenkassen hier auch mit sich reden lassen. Aber es können sich Problemfelder auftun, die den Vorteil der Steuerersparnis bald zunichte machen.

Du verfügst weiterhin über eine Wohnung oder über Wohneigentum in der Schweiz

In diesem Fall kann man es dir nicht verwehren, deinen Wohnsitz in der Schweiz zu behalten, sofern die Wohnung oder das Eigentum von dir bewohnt wird und nicht vermietet wurde. Mit Wohneigentum bleibst du ohnehin steuerpflichtig – ausser du kannst einen Wohnsitz im Ausland nachweisen. Ob du aber mit einem Wohnsitz im Ausland und einem entsprechenden Steuerabkommen besser fährst?

Eindeutige Vorteil des angemeldeten Wohnsitzes in der Schweiz (für Schweizer/innen) sind u.A.

  • Du behältst deine Krankenversicherung
  • Du kriegst keine Probleme mit deiner schweizerischen Bank und auch keine mit deinem Kreditkarteninstitut
  • Du kannst dich weiterhin mit schweizerischen Versicherungsgesellschaften versichern

Für uns – und in unserem Alter – ist unser schweizerische Wohnsitz ein Vorteil. Deshalb werden wir diesen beibehalten.

Versicherungen

Was und wie viel versichert werden soll, muss jedermann selber abwägen. In Frage kommen u.A. folgende Versicherungen:

  • Krankenversicherung (Schweizerische Krankenkasse mit Zusatzversicherung)
    Versicherungsdeckung weltweit, bzw. für die bereisten Regionen.
  • Privat Haftpflicht
    Sollte man gegenüber jemandem schadenpflichtig werden, so bezahlt diese Versicherung weltweite.
    (Achtung, nicht mit der Auto-Haftpflicht zu verwechseln).
  • Hausrat- und Gebäudeversicherung bei vorhandenem Eigentum oder Mietwohnung
    Mit Einschluss einer Glas-, Einbruch- und Diebstahlversicherung. Auch bei eingestelltem Mobiliar allenfalls sinnvoll.
  • Rechtsschutzversicherung
    Mit Deckung für Fahrzeug- und Personenrechtschutz weltweit.
  • Mobilitätsversicherung
    Für Pannen im In- und europäischen Ausland, Annullationskostenversicherung, Rückführung im Notfall in die Heimat etc.
  • Kamera- oder Wertsachenversicherung
    Deckung zum Neuwert, Verlieren und Liegen lassen weltweit.

Fahrzeugversicherungen siehe unter „Fahrzeug“.

Finanzen: Unterwegs bezahlen können

Im Ausland bezahlen

Wir bezahlen bevorzugt mit Bargeld, sind aber darauf bedacht, nicht zuviel Bargeld mit uns mitzuführen. Mit Kreditkarten bezahlen wir nur an uns sicher erscheinenden Orten und geben die Karte nicht aus der Hand. In der Regel nutzen wir unsere Prepaid-Kreditkarten von comdirect.de zum Bezug von Bargeld. Die Bezahlung mit Bargeld hat für uns auch den Vorteil, dass wir so besser den Überblick für unsere Ausgaben haben.

Wenn möglich ziehen wir im Ausland kein Bargeld an Geldautomaten die von der Strasse her einsehbar sind, sondern begeben uns in Shopping Malls oder zu Banken, die im Bankinneren über überwachte Automaten verfügen.

Natürlich muss man beim Reisen stets den ungefähren Geldbedarf für die nächste Woche oder die nächsten Wochen im Hinterkopf behalten, um nicht plötzlich bargeldlos dazustehen.

Prepaid Kreditkarten von comdirect.de

Die Schweizerbanken und Kreditkarteninstitute verlangen für den Geldtransfer ins Geld gehende Gebühren. Bei der Schweizerischen Post-Finance fallen zwar keine Gebühren an, jedoch nur, wenn mindestens CHF 25’000 auf dem Konto liegen. Freunde von uns haben mit Post Finance schlechte Erfahrungen gemacht. Obschon sie die Reisegebiete mehrfach bei Postfinance zur Freischaltung hinterlegt haben, konnten sie während ihrem zweimonatigen Aufenthalt nie Geld aus Automaten ziehen.

Seit 2015 nutzen wir unser Girokonto bei der deutschen comdirect.de Bank. Die Kontenführung sowie die Prepaid Karten sind kostenlos. Kostenlos sind auch die Geldbezüge im Ausland. Es wird jedoch gemunkelt, dass dafür die Wechselkurse schlechter seine, was wir nicht überprüft haben.

Für Prepaid Kreditkarten haben wir uns entschieden, um allfällige Verluste bei einem Kartenklau zu minimieren. Wir transferieren jeweils nur einen beschränkten Betrag vom Girokonto auf das Kreditkartenkonto.

Die VISA Prepaid Karten von comdirect.de haben sich im südlichen Afrika sehr bewährt und wir gehen davon aus, dass dies auch auf unserer neuen Reiseroute der Fall sein wird.

Das Bewerbungsprozedere für Schweizer ist nur mit dem „Video-Ident-Verfahren” möglich und funktionierte zu unserer vollen Zufriedenheit. Dazu benötigt man ein Telefon und eine Notebook mit eingebauter Webcam oder – wie wir – ein Tablet mit Webcam. Das Vorgehen ist auf der Webseite von comdirect.de bestens beschrieben (Google Suche: comdirect videoident).

Gewisse Unterlagen müssen der comdirect.de per Post zugestellt werden. Das Zustellen von Unterlagen per Post ist immer sehr mühsam und dauert eine Ewigkeit, bis der Eingang bei comdirect.de registriert wird und nächste Schritte eingeleitet werden können. Das ist jedoch nur bei der Beantragung des Kontos ein Problem, danach läuft alles elektronisch. Der Support per Email hingegen ist erstklassig. Geduldig, schnell und professionell werden Fragen beantwortet.

Weitere Möglichkeiten der Bargeldbeschaffung

Natürlich führen wir auch noch weitere Kreditkarten mit uns, die wir allerdings möglichst wenig verwenden und sorgfältig aufbewahren. Eine gewisse Diversifizierung ist nötig, falls einmal ein Zahlungsmittel nicht funktioniert. Das VISA und MASTERCARD Kreditkarten Kombi von Cornèr Card der Banca Cornèr in Lugano hat sich für uns weltweit bewährt.

Kreditkarten Institute über Reisegebiet informieren

Deine Kreditkarten-Institute sollten vor der Reise über deine Aufenthaltsgebiete informiert werden, damit deine Karten nicht plötzlich gesperrt werden, weil irgend ein Algorythmus dem Institut „Missbrauch“ anzeigt.

Bargeld

Ein gewisser Grundstock an Bargeld sollte natürlich ebenfalls mitgeführt werden. Wie viel das sein soll, muss jedermann selber entscheiden. Für Afrika sind kleine Noten in US$ sind sicher keine schlechte Wahl.

Mit Geldüberweisungen auf eine Bank im Ausland bzw. Western Union etc. haben wir keine Erfahrung. Travellers Checks sind unserer Ansicht nach „out“ und werden offenbar von vielen Banken nicht mehr angenommen.

Berichtet uns doch, welche Erfahrungen ihr gemacht habt. Würde uns freuen!

Organisation des „Finanzwesens“

Viele Wiederkehrende Rechnungen wie Krankenkasse, Elektrizität (Wohnung), etc. werden über eine Einzugsermächtigung (LSV – Lastschriftverfahren) oder über das elektronische Rechnungsverfahren von unserem Konto abgebucht. Die wenigen übrigen Rechnungen bezahlen wir über unseren Online-Bank-Zugang.

Eine vertrautes Familienmitglied amtet im Notfall als Stellvertreter. Er ist mit einer Generalvollmacht ausgestattet, die notariell beglaubigt wurde. So ist er in der Lage, im Notfall auch Bankanweisungen für uns zu tätigen.

Die Überweisungen von unserem Bankkonto in der Schweiz zur deutschen comdirect.de können wir von unterwegs selber vornehmen. Das schreibt sich jetzt etwas einfacher, als es tatsächlich ist, denn ungenügend schnelles Internet, wie in Afrika noch häufig anzutreffen, kann das Ganze erschweren. Aber zumindest in grösseren Städten sollte überall eine Internetleistung zu finden sein, die den Einstieg ins Onlinebanking System ermöglicht.

Bedingung für die Nutzung des Online-Banking, aber auch für das online Bezahlen von Leistungen ist, dass die heimische Handy Nummer bzw. SIM Karte in Betrieb ist, damit die Sicherheitsabfragen über die gewohnte Nummer erfolgen kann.

Online-Bank-Risiko minimieren

Freunde von uns hatten dazu eine gute Idee: Sie errichteten für das Onlinebanking ein eigenes Konto, auf welches sie jeweils den benötigten Betrag überweisen. Das Onlinebanking erstreckt sich also nicht auf alle Konten. Damit verhindern sie, dass am Ende bei Missbrauch alle ihre Konten abgeräumt werden können.

Finanzen: Kosten auf Reisen

Was kostet so eine Reise? Diese Frage bewegt jeden, der eine Reise planen möchte. Die Frage ist jedoch falsch gestellt, denn wir müssen nicht nur die Reisekosten bedenken, sondern auch die Fixkosten, die zu Hause anfallen können, z.B. wenn man seinen Wohnsitz behält, Versicherungen, die eingelagerten Möbel und andere regelmässige Fixkosten. Mit dieser Frage haben wir uns auseinandergesetzt und im Vornhinein versucht, alle entstehenden Kosten zu erfassen. Das ist uns teilweise auch gelungen aber es gibt immer wieder Überraschungen, von woher doch noch eine Rechnung kommt, an die wir nicht gedacht haben.

Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass viele Kosten anfallen, bevor man überhaupt auf der Reise ist. Z.B. muss die Kaution für das Carnet de Passage hinterlegt werden, Flugtickets, Fahrzeugverschiffung, allfällige Reservationen etc. müssen im Voraus berappt werden.

Die Reisekosten haben wir “aus dem Bauch heraus” budgetiert, auf Grund uns vernünftig erscheinender hypothetischer Berechnungen. Letztlich können wir es aber erst unterwegs abschätzen, ob unsere Prognose stimmt.

Man hört ja immer wieder von Reisenden mit eigenem Fahrzeug, die behaupten, mit Euro 1000 bis 1500 pro Monat über die Runden zu kommen. Wenn das stimmt, stellt sich die Frage, ob auch wirklich alle Kosten gerechnet wurden oder eben nur die effektiv auf der Reise anfallenden Kosten. Dann gibt es natürlich Schlaumeier, die auf Kosten anderer leben, sich so oft wie möglich einladen lassen, etc. Zu dieser Kategorie gehören wir nicht. Werden wir eingeladen, so bringen wir in der Regel ein Gastgeschenk mit.

Kosten sparen kann man eindeutig, wenn man frei steht, also Campingplätze möglichst meidet. Sparen kann man auch, wenn man keine teuren Nationalparks oder diese nur ganz kurz besucht. Aber wollen wir das? Nein – wollen wir nicht. Wir reisen nicht um Geld zu sparen sondern um etwas zu sehen. Dennoch müssen auch wir uns einem Budget unterordnen, denn wir wollen ja reisen, und dies so lange wie möglich.

Budget Kairo – Kapstadt: Fixkosten

Fixkosten zu Hause können sein:

Bei vorhandenem Wohneigentum oder einer gemieteten Wohnung

  • Nebenkosten des Wohneigentums oder Mietzins
  • Elektrizität und Gebühren
  • allfällige Hypothekenzinsen
  • Kosten für die Hausverwaltung während der Abwesenheit

Kommunikation

  • Internet- / Email Provider
  • Mobiltelefonverträge
  • Webhosting und Domaine Gebühren bei eigener Webseite

Versicherungen

  • Krankenversicherung / Krankenkasse
  • Für das Haus / die Wohnung
  • Siehe auch Kapitel Versicherungen

Anfallende Steuern

Fahrzeug

  • Versicherung und Abgaben während Heimaturlaub
Reise Budget

Beim nachfolgenden Reisebudget handelt es sich um einen ersten Entwurf. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit den effektiven Kosten stark unter dem Budget liegen werden – wissen es aber einfach noch nicht so genau.

Wir werden das Budget deshalb korrigieren, sobald wir ein besseres „Gefühl“ für die Kosten unterwegs erhalten.

Die Treibstoffe wurden wie folgt gerechnet:

Dieselverbrauch
Liter pro 100 Km           25.00
Distanz pro Jahr     20’000.00
Liter pro Jahr       5’000.00

Budget Kairo – Kapstadt: Reisekosten

 pro Jahr  pro Monat
Transporte Verschiffung Genua-Alexandria             2’400               200
Flüge in die Schweiz             1’800               150
Zoll Gebühren             1’200               100
Fahrzeug Vollkaskoversicherung             4’440               370 Inkl. Verschiffung
Haftpflicht             1’200               100 Tour Insure oder Comesa
Treibstoffe             4’500               375 5000 Liter 0.9 CHF
Laufender Unterhalt             1’800               150
Strassengebühren                360                 30
Standgebühren                300                 25
Rückstellungen:
Reifen, Reparaturen
            3’000               250
Leben Lebensmittel & Haushalt             7’200               600
Auswärts essen             1’800               150
Kleidung und Schuhe                480                 40
Diverses persönlich                240                 20
Gesundheit Medikamente & Hygiene                960                 80
Übernachten Camping             4’080               340 9 Monate
Lodges             1’200               100
Kulturelles Eintritte             1’800               150
Besonderes             3’000               250 Nilkreuzfahrt, Nationalparks
Kommunikation   Internet, Mail, Telefon             1’560               130
Zuwendungen Spenden             3’000               250
Gastgeschenke                600                 50
Reisekosten
   46’920
3’910
  • Transporte
  • Fahrzeug
  • Lebensunterhalt
  • Gesundheit
  • Übernachten
  • Kulturelles
  • Kommunikation
  • Zuwendungen
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