Arabische Halbinsel

Emirat Sharja

Saudi Arabien

Dubai Down Town

Dubai Creek

Fotografie:

Al Sufouh

Verena Schulthess

Emirat Sharjah

Unsere kleine Fähre von Bandar Abbas „landet“ im Hafen des kleinen Emirats Sharjah. Da das Schiff schon mehrere Stunden verspätet losfuhr und auf Grund der anhaltenden Gewitter 12 statt 10 Stunden für die Überfahrt benötigte, kommen wir erst im späten Vormittag des 10. November 2011 in Sharjah an. Ein Polizeifahrzeug fährt uns voraus zur Immigration. Hier werden die Pässe aller Reisenden eingesammelt und wer Pech hatte und dessen Pass zuunterst geriet, musste einfach länger warten.

Wir hatten Glück und das Spiessrutenlaufen im Hafen von Sharjah konnte beginnen. Zuerst gehe ich durch einen Hinterausgang hinüber zum Zollgebäude um dort Geld zu wechseln, habe dann aber meine liebe Mühe, dort wieder eingelassen zu werden. Wir benötigen aber für den folgenden Prozess Bargeld. Zunächst gehts wieder Zurück zum Hafen, wo wir bei der Schiffsagentur die Bill of unloading bezahlen müssen und dann die Schiffspapiere ausgehändigt zu bekommen. Danach folgt die Abstempelung des Carnet de Passage, Strassenverkehrsgebühr begleichen, etc…. am Ende wieder zurück zum Hafen, wo in einer Baracke alle Papiere und Zahlungen überprüft werden und wir das Ausfahrtsticket erhalten, mit welchem wir den Hafen verlassen können. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir den kleinen Parkplatz der Al-Khan Beach, auf dem wir für die nächsten zwei Tage nächtigen.

Die nächsten zwei Tage dienen der „Selbstorganisation“. Zuerst fahren wir – wieder einmal durch LKW Verbot – zur Mega Mall, wo wir Lebensmittel einkaufen und uns eine SIM-Karte von ETISALAT besorgen, die auch wunderbar funktioniert. Am Nachmittag geht’s zur LKW Wäsche, um dem MAN wieder einmal einen Gefallen zu tun und das Meersalz abzuspülen. Die Fahrzeugwäsche wird auch gründlich durchgeführt, das Fahrwerk am Schluss sogar mit Öl eingesprüht.

Heute fahren wir zu „United Motors & heavy Equipment“, eine Firma, die auch MAN in den Emiraten vertritt. Hier wechseln wir die Räder auf der Achse, also die Laufrichtung der Bereifung und lassen die Ölstände an der Vorderachse auffüllen. Bei den Arbeiten bin ich in der Regel dabei, um Missgeschicken vorzubeugen. Ich will sicher gehen, dass die Arbeiten auch ausgeführt werden, dass die Kardanwelle z.B. auch wirklich geschmiert ist etc.

Dubai Down Town

Heute fahren wir nach Dubai Down Town. Für LKW’s ist das erst ab 9 Uhr gestattet. Zuerst steuern wir das Sudanesische Generalkonsulat an, weil wir unser Sudan Visum verlängern wollen, damit wir uns noch für Saudi Arabien Zeit nehmen können. Leider erhalten wir die Auskunft, dass hier nur Visa für Personen mit Wohnsitz in den Emiraten ausgegeben würden. O.K. – dann schauen wir halt in Abu Dhabi bei der Sudanesischen Botschaft vorbei.

Die Autobahn durch Dubai ist 10- bis 12-spurig, in jede Richtung 5 bis 6 Spuren. Der Verkehr ist flüssig und eigentlich sehr ordentlich, allerdings immer wieder mal mit Ausreissern a la Iran. Also können wir doch nicht so ganz entspannt fahren. Eine zusätzliche Frage ist zudem stets die Frage nach der richtigen Spur, damit man nicht versehends in einer falschen Richtung landet oder in ein Quartier ausfährt, in das man nicht will. Beste Erfahrungen haben wir mit der zweiten Spur von rechts gemacht und dazu: Augen offen halten.

Die eindrückliche Fahrt zwischen den Wolkenkratzern hindurch haben wir aufgezeichnet. Viel Spass!

Dubai Mall

Am Abend fahren wir mit dem Taxi zur Dubai Mall und zum Dubai Fountain. In der Dubai Mall versuchen insgesamt 1200 Läden, Stände, Imbisse und Restaurants Geschäfte zu machen. Für Unkundige wie wir ist es nicht ganz einfach sich zu orientieren, vor allem wieder herauszufinden. Die Dubai Mall besitzt zudem ein riesiges Aquarium, das natürlich ein Touristenmagnet ist und Käufer animieren soll.

Dubai Fountain

Hinter der Dubai Mall befindet sich eine Fussgängerzone um den gigantischen Dubai Spring-Brunnen mit Wasserspielen. Klar, dass wir das Spektakel sehen wollen, weshalb wir bis gegen 21 Uhr bleiben. Zugegeben, es herrscht eine grandige Stimmung, die uns ansteckt. Dieser Gigantismus hat es schon auch in sich zu begeistern, vor allem auch als Abwechslung zum Iran.

Burj Khalifa

Die elegante Nadel des Burj Khalifa ist 828m hoch. Zuerst Burj Dubai genannt, musste sein Name mit der Fertigstellung in Birj Khalifa geändert werden. Weshalb? Dem Emir von Dubai ist gründlich das Geld ausgegangen und der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate – Khalifa bin Zayid – musste einspringen. Nur logisch, dass der Turm nun seinen Namen trägt.

Dubai Creek

Um den Dubai Creek herum ist noch etwas vom alten Dubai zu spüren. Zuerst schlendern wir durch die originalgetreu restaurierte Al Fahidi Neighbourhood und danach zum Creek in Bur Dubai. Nur kurz müssen wir den Souq durchqueren aber die Aufdringlichkeit der Verkäufer veranlasst uns zur „Flucht“. Auf dem Dubai Creek fahren seit eh und je die hölzernen „Abras“, die bestimmte kürzere Linien befahren. Die Wassertaxis sind etwas grösser und werden für längere Strecken eingesetzt.

Mit dem Wasserbus fahren wir den Dubai Creek entlang zum Hafen der Dhaus, der altehrwürdigen Holz-Schiffe, die noch heute im Golf von Persien und im Indischen Ozean Fracht befördern. Die Schiffe, die wir uns näher ansehen, werden alle mit allerlei Fracht für den Iran beladen. Tolerierter Schmuggel auf Grund von alten Besitzstandsrechten. Zum Glück, denn irgendwie müssen die Menschen im Iran ja auch leben können, trotzt Sanktionen.

Al Sufouh

Wir suchen die Küste von Dubai ab, aber die Plätze, die in iOverlander zum Übernachten angezeigt werden, sind inzwischen überbaut oder taugen aus anderen Gründen nicht für eine Übernachtung. Wir stossen dabei auf die Al Sufouh Beach 1 – und werden glücklich. Wir ergattern noch einen schönen und relativ ruhigen Platz in der ersten Reihe. Es ist nach wie vor heiss, um die 30°, doch ein stetes Lüftchen macht das Klima mehr als erträglich. Hier stehen wir für 11 Tage. Wir geniessen den Strand und das Hier sein. Besonders auch am Abend ist es traumhaft schön, dann nämlich, wenn die Wolkenkratzer in der Nähe beleuchtet sind. Eine unwirkliche Stimmung. Wir sehen auch den Burj Al Arab, das einzige 7* Hotel der Welt.

Getönte Scheiben

Viele Einheimische fahren grosse Fullsize 4×4 und Pick-ups. Hier in Dubai sind auch die Scheiben von Fahrer und Beifahrer stark verdunkelt, so dass man nicht ins Auto hinein sieht. Das ist im Strassenverkehr sehr unangenehm, da man keinen Blickkontakt herstellen kann. Noch unangenehmer ist es an der Al Sufouh Beach. Die lieben Einheimischen fahren mit ihren Fahrzeugen vor uns hin, gaffen die längste Zeit uns und unser Fahrzeug an, ohne, dass wir sie sehen können. Nach einer Weile fahren sie weg. So ist leider keine Kontaktnahme möglich. Überhaupt empfinden wir hier die einheimische Bevölkerung als eher distanziert und unnahbar. Eine Schwedin, die hier mehrere Jahre gearbeitet hat und zu uns zum Kaffeetrinken kommt, meint beiläufig, dass wir (die Westler) für die Einheimischen hier nur 2. Klasse seien – demzufolge sind dann die Inder und anderen arbeitenden Ausländer nur 3. und 4. Klasse.

Zwischendurch benötigen wir Wasser und müssen Einkaufen. Ganz in der Nähe liegen einige Supermärkte, wo wir unseren Bedarf decken können. Für das Frischwasser benötigen einen Wasserhahn mit genügend Druck. In einem etwas besseren Wohnviertel finden wir eine Moschee und fragen die indischen Mitarbeiter. Sie erlauben uns die Wasserentnahme aus dem Trinkwasser-Leitungsnetz und freuen sich sehr, mit „Fremden“ etwas schwatzen zu können – sie leben ja auch fern der Heimat und in der Regel ist es zu teuer, die Familien auch in die Emirate zu holen.

Dubai Marina

Uns interessiert natürlich, wie es hinter den Wolkenkratzern aussieht, die wir jeden Abend sehen. Wir machen uns deshalb auf und besuchen die Dubai Marina. Auf beiden Seiten der Marina befinden sich Fusswege, so dass hier angenehm flaniert werden kann. Restaurants mit grösster Auswahl offerieren ihre Menüs. Wir wählen ein Indisches Restaurant und erhalten eine wunderbare Mahlzeit. Zum Abschluss noch eine Fahrt mit dem Wassertaxi.

Abu Dhabi

Nach Abu Dhabi müssen wir, um dort auf der Schweizer Botschaft unser neues Carnet de Passage in Empfang zu nehmen. Der Stellvertreter des Konsuls nimmt sich auch noch Zeit für ein Schwätzchen und verrät uns, in welchem Supermarkt man die Produkte erhält, die wir wieder auffüllen möchten.

Abu Dhabi hat es uns nicht so angetan. Wir haben leider einige unangenehme und von Arroganz gezeichnete Begegnungen mit Einheimischen. Die hier „dienenden“ Inder sind wiederum sehr freundlich und helfen uns, dennoch einen Parkplatz für unseren Truck Camper zu erhalten. Statt auf dem grossen Busparkplatz direkt hinter der Botschaft parkieren zu dürfen – der Parkplatz ist zu 4/5 leer – bringt uns ein Taxi zu einem Parkplatz, der ausdrücklich als Parkplatz gezeichnet ist. Und schon wieder fährt so ein weiss Gewandeter zu uns hin um uns zu bedeuten, dass wir hier nicht parken dürften. Geht den doch gar nichts an, denken wir und ziehen dennoch los mit dem Taxi zur Schweizerbotschaft.

Die Fahrt durch das Botschaftsviertel mit vielen Sicherheitsleuten, auch vorbei an der Botschaft der USA, bereitet mit unserem MAN kein Problem und schliesslich können wir direkt vor der Sudanesischen Botschaft parkieren. Wir werden, nach einer gewissen Wartezeit vom Konsul persönlich empfangen. Er will uns auch kein neues Visum geben, da wir noch ein gültiges Visum im Pass haben – und weil er möchte, dass wir sein Land ausgiebig besuchen. Er beginnt  vom Sudan zu schwärmen und zählt uns alle die Plätze auf, die wir unbedingt besuchen sollten und steckt uns mit seiner Begeisterung an. Schliesslich lässt er uns noch Getränke servieren und händigt uns seine Whatsapp Nummer aus, damit wir ihn jederzeit kontaktieren können. Wir müssen bis zum 10. Dezember 2019 einreisen und können dann 6 Monate im Land bleiben. Für uns sind die Würfel gefallen. Afrika ist ja unser eigentliches Ziel. Wir beschliessen, einen ausgiebigen Besuch von Saudi Arabien auf später zu verschieben und richten unseren Blick auf die Verschiffung in den Sudan.

Letzter Einkauf in einem Supermarkt mit westlichem Angebot, dabei geht viel Geld über den Tresen, denn das Preisniveau entspricht dem in Europa. Danach fahren wir nach Mira, wo wir am Strand übernachten. Die letzten Übernachtung vor der Saudischen Grenze verbringen wir am öffentlichen Strand-Pick-Nick-Platz in Al-Silah, das nur 30 Km vor der Grenze liegt.

Saudi Arabien

Welch magisches Wort! Sit etwa zwei oder drei Wochen ist das elektronische Touristenvisum erhältlich, das online beantragt werden kann. Innert etwa 40 Minuten sind wir im Besitz des Visums und können es ausdrucken. Ja, wir haben einen kleinen Drucker an Bord. Mit einem dennoch mulmigen Gefühl fahren wir zur Grenze.

Die Ausreise aus den Emiraten ist einfach. Wir nehmen – mit dem LKW – konsequent die Spur für Personenwagen und Busse. Werden am ersten Gate angehalten. Eine Grenzpatroullie kommt eigens herbei und gibt das OK zur Weiterfahrt. Sie fahren uns vor, begleiten uns zur Immigration, nehmen unser Carnet de Passage und fahren damit zu der Stelle, die es ausstempelt, kommen zurück und schon ist alles erledigt. Nach 3/4 Stunden fahren wir hinüber zum Saudischen Zoll.

Unsere Befürchtung waren die Medikamente, die wir mitführen. Wir haben zwar nichts dabei, was in Europa ein Verbrechen wäre, doch weiss man, dass die Regelungen in Islamischen Ländern viel restriktiver sind und es war mir nicht möglich, genau herauszufinden, welche Medikamente nun verboten sind und welche nicht. Vorsorglich haben wir uns bei unserem genialen Hausarzt zu Hause eine Bestätigung für die Medikamente eingeholt, die er auch umgehend geliefert hat.

Unsere Sorge ist allerdings umsonst. Die Abfertigung ist sehr freundlich, willkommend und korrekt. Zuerst werden  unsere Daten bei der Immigration erfasst. Wir müssen die Fingerabdrücke aller 10 Finger geben – digital, wie sichs heute gehört – und hernach werden wir noch fotografiert. Das geht alles sehr schnell. Danach wird unser Fahrzeug digital erfasst. Die erste Fahrzeugkontrolle war eher von Interesse am Fahrzeug geprägt. Nun fahren wir zum Scanner und der MAN wird gescannt. Anschliessend folgt die zweite Kontrolle und wir können einreisen – haaaalt, wer stempelt denn unser Carnet? Sie wollen das Carnet nicht stempeln, scheint hier nicht nötig. Wir sprechen beim Manager vor und erhalten einen Stempel – den hätten wir aber wirklich nicht gebraucht, denn bei der Ausreise wurde auch nicht ausgestempelt…..

Nach der Zollkontrolle ein erstes Mal Geld wechseln und Tanken. Danach fahren wir noch knapp 280 Km bis zu unserem ersten Rastplatz. 280 Km mit Nichts – nur Wüste. Die Strasse in gutem Zustand, kaum Verkehr, alles Wunderbar. Wir kommen in Stimmung….

Erste Nacht

Für die Übernachtung wählen wir eine Sasco Palm Tankstelle entlang der autobahnähnlichen Hauptstrasse. Wir finden eine Nische, in der wir uns gut fühlen. Die Sonne geht soeben als feuerroter Ball unter. Immer mehr LKW-Züge fahren auf auf den Rastplatz um hier über Nacht zu stehen, auch neben uns stellen sich zwei Sattelschlepper hin. Die Luft ist vom Dröhnen von Dieselmotoren erfüllt. Wir stehen gerne zusammen mit LKW Fahrern und lieben diese Athmosphäre, selbst wenn es keine so ruhige Nacht gibt. Am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang prüfen wir wieder einmal den Luftdruck in den Reifen und müssen nachfüllen.

Zweiter Tag

Heute fahren wir insgesamt 450 km. Die Fahrt durch die Vororte von Riyadh und die Fahrt entlang der Peripherie von Riyadh sind zeitraubend. Aber endlich ist es geschafft. Da der anvisierte Rastplatz infolge Bauarbeiten geschlossen ist, fahren wir nach Al Quwayiyah hinein und dort zum Parkplatz bei der neuen Shopping Mall. Ein Muezzin begrüsst uns und will uns helfen einen Standplatz zu finden. Doch halt, nein, wir brauchen kein Hotel. Er fährt mit uns zum Parkplatz der Shopping Mall zurück und spricht mit der Security, er begleitet uns zum Supermarkt und dann muss er sich sputen, weil gleich das Abendgebet gesprochen werden muss.

Bis auf seine im Fahrzeug sitzende und vermummte Frau haben wir heute keine einzige Frau gesehen. Um 21 Uhr Diskutieren um unser Fahrzeug. Ich steige aus. Der Sicherheitschef stellt sich mir vor und bestätigt, dass wir bis zum Morgen hier stehen dürfen. Gute Nacht.

Dritter Tag

Bei Morgengrauen brechen wir auf. Verena weiss noch nicht, was ich vorhabe. Ich möchte nämlich die 600 Km Tagesgrenze kappen – und wir schaffen es auch, allerdings unter Einsatz aller Kräfte. Mit der Übernachtung tun wir uns schwer. Mein Vorhaben: Auf dem Parkplatz des Flughafens Al Taif. Ich stelle mir in Gedanken einen gepflegten mit Bäumen bestandenen Parkplatz vor. Doch soweit kommt es erst gar nicht. Die Einfahrt ist militärisch kontrolliert. Ich fahre dennoch vor – nun, da wieder heraus zu kommen dauerte etwas, da die lieben Soldaten und Offiziere – ja, sie waren und blieben sehr freundlich – denn och wissen wollten, was dieses Militärähnliche Fahrzeug denn eigentlich soll. Sie schauen kurz ins Fahrzeug rein, doch muss der Flughafen-Chef her um uns unsere Freiheit wieder zu geben. Wir steuern die nächste Tankstelle an und übernachten dort. Laute Nacht.

Vierter Tag

Vor Jeddah wollen wir unbedingt noch Wasser auffüllen. Wir fahren die Tankstellen am Ort ab, finden aber keinen Wasserhahn. Wir fahren zum neuen Park auf der gegenüberliegenden Seite der Hauptstrasse. Doch die Toilettenanlagen sind noch im Bau. So fragen wir zwei einheimische Männer im Park. Kurzer Smalltalk. Sie wollen wissen, was wir denn genau benötigen, weshalb wir ihnen den Wasseranschluss unseres Fahrzeugs zeigen. O.K. – No Problem – fahrt mir hinten Nach, ihr könnt bei mir zu Hause tanken. So erhalten wir direkten Wasseranschluss an die Villa eines pensionierten Offiziers der Saudischen Armee. Während des Tankvorgangs bewirtet er uns mit Datteln, Gebäck und Tee. Herrlich, dieses Gastfreundschaft. Leider ist die Kommunikation minimal, mehr mit Händen und Füssen, da er nur wenige Brocken Englisch spricht.

Um nach Jeddah zu gelangen, müssen wir Mekka weiträumig in Richtung Westen umfahren. So nehmen wir also nach einem gescheiterten Versuch, einen direkteren Weg zu finden – die Polizei schickt uns wieder zurück – die Lastwagenroute unter die Räder. Die Nacht verbringen wir wieder auf einem kleinen Parkplatz am Rande einer grossen Tankstelle, eingangs von Jeddah.

Fünfter Tag

Heute fahren wir nach Jeddah hinein, um die Verschiffung über das Rote Meer zu buchen. Wir haben keine Adresse, nur einen Namen. Deshalb fahren wir zum Passagier Terminal des Hafens. Hier kann uns jemand eine Adresse nennen. Schliesslich finden wir die Firma „Namma International Shipping„, nicht weit vom Hafen entfernt. Die Firma Namma ist eine Saudi Arabische Firma, allerdings mit Hauptsitz in Kairo. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass die Buchung ein Ägypter vornimmt, während der sympathische ältere Herr in weissem Gewand, der übersetzt, ein Mitarbeiter aus dem Sudan ist. Täglich ausser am Freitag gehen Schiffe von Jeddah nach Suakin im Sudan und umgekehrt. Die Buchung ist schnell erledigt und wir verbringen den Rest des Tages am Middle Corniche Park in einer Parkbucht, wo wir auch für die Nacht stehen.

Sechster Tag

Um 11 Uhr sind wir am Hafen, bereit für die „Abfertigung“ Doch findet keine „Abfertigung“ in dem Sinne statt. Unser Fahrzeug wird nicht kontrolliert, nur die Papiere eingesammelt. Während sich der Parkplatz vor dem Hafen füllt und wieder leert – nur noch die leeren Fahrzeuge stehen dort – will man, dass wir warten, bis der Fahrer, der unseren LKW aufs Schiff fahren soll, ankommt. Das zieht sich hin. Von etwa 11 Uhr bis 16 Uhr stehen wir herum, wissen eigentlich nicht genau was läuft oder „ob es läuft“. Die SUDANESISCHEN Arbeiter beruhigen uns aber immer wieder. Schliesslich wollen wir auch hinüber zum Passagier Terminal. Doch die Sudanesen breiten eine Decke aus und laden uns zum Essen ein. Wir „legen uns abenfalls auf die Decke“ und essen mit. Ein weiterer Sudanese kommt auch dazu und isst einige Happen mit. Dann verschwindet er wieder mit der Bemerkung, er würde uns nach dem Abendgebet eine Hühnchen Mahlzeit fürs Schiff bringen. Also müssen wir anstandshalber wieder warten … und siehe da, er kreuzt mit drei Plastiktaschen auf, aus welchen es wunderbar nach Hühnchen riecht. Wir nehmen die Mahlzeiten mit aufs Schiff, wo wir feststellen, dass es gar kein Restaurant gibt in welchem wir uns hätten verpflegen können, wie vorgehabt. Nun munden uns die Hühnchen mit Pommes und Sauce umso mehr und machen uns satt.

Um etwa 19 Uhr werden wir mit Bussen zum Schiff gefahren. Doch unser MAN steht nicht vor unserem Schiff, noch in einer ganz anderen Ecke des Hafens. Ich gehe hinunter und spreche mit dem Verlade-Offizier, der mich beruhigt. Irgendwann kommt dann unser MAN ebenfalls angefahren (hier darf man nicht selber aufs Schiff fahren) und steht unversehrt im Laderaum. Gott sei Dank.

Da sich eine Regenfront über das Rote Meer bewegt dauert die Überfahrt mehrere Stunden länger als angekündigt. Aber das kennen wir ja schon. Jedenfalls kommen wir wohlbehalten in Suakin, Sudan, an.

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7 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Super,
    wieder ganz interessantes erlebt.
    Vielen Dank für den Reisebericht und die fantastischen Fotos.
    Hermann

    Antworten
  • Liebe vreni, lieber ernie – einmal mehr fantastische bilder, interessante kurzfilme und v.a sehr kurzweilig geschrieben – tanka viel mol.
    Euch beiden natürlich alles gute fürs 2020 und auf eurer weiteren afrikareise. Wir bewundern euch, dass ihr diese strapazen auf euch nehmt. Ihr seid natürlich weitgereist und erfahren. Unser projekt bei schatzmeister4x4.at schreitet voran und wir sind guter dinge, dass unser womo mitte jahr, also auf bad kissingen, fertig wird. Eben liegt der erste schnee was mir nicht so liegt. Härzlich flurin und barbara

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  • Einmalige Fotos, sehr interessant zu lesen! Ich hätte diesen Mut nicht „nur“ zu zweit durch diese faszinierenden Länder zu reisen. Freue mich auf weitere Berichte.

    Antworten
  • Rösli und Käthi
    3. Januar 2020 12:11

    Liebs Vreni und Ernst
    Vielen vielen DANK für die grosse Arbeit für uns ,dass wir so viel miterleben dürfen .
    Wir sind immer wieder überwältigt von den Eindrücken und Begegnungen.
    Wir begleiten Euch. Tausend liebe Grüsse Eure Tantis.

    Antworten
  • super schöne Bilder hast du wieder einmal gemacht! Nachtaufnahmen sehen alle gewaltig schön aus. Wann fahrt ihr das nächste Mal hin?

    Antworten
  • Äs guets Neus und danke für den tollen Bericht!

    Antworten
  • WIE lange hat den die Fahrt in den Sudan nun gedauert?

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