Auf nach Kapstadt !

Der direkte Weg über Ägypten ist für 4×4 Fahrzeuge verschlossen (siehe Informationen), deshalb nehmen wir den kleinen Umweg über die Türkei und den Iran in Kauf.

Am 15. Juli starten wir planmässig. Allerdings hat uns ein Ölverlust an der Vorderachse nochmals in Schrecken versetzt. Doch alles nicht so tragisch – es ist nicht der Simmering, sondern im Bereich des Achsschenkelbolzens und sieht schlimmer aus, als es ist. Damit können wir vorerst leben und erwägen eine Reparatur z.B. in der Türkei. Immerhin erhalten wir noch die dazu benötigten Ersatzteile geliefert.

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Fröhlich gestimmt fahren wir Richtung Gotthard Pass, bleiben aber bald im Stau stecken. Ein Wohnmobil sei in Brand geraten. Da keine Informationen über die Dauer des Staus zu erhalten sind, entschliessen wir uns für den Umweg über den San Bernardino Tunnel.

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Auch vor Lugano nochmals heftiger Stau – «irgendwie wollen die uns einfach nicht losfahren lassen» empfinden wir. Aber wir schaffen es wenigstens noch bis Chiasso. Frühmorgens nehmen wir die Umfahrung von Mailand und streben dem Hafen von Ancona zu. Vor Bologna eine dicke Rauchsäule – schon wieder brennt ein Fahrzeug auf der Autobahn. Wir fahren vorsichtig daran vorbei. Glücklicherweise konnte der Fahrer rechtzeitig aussteigen und niemand wurde verletzt.

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Ancona

In Ancona übernachten wir direkt am Hafen. Der Check-in Bereich des Fährhafens wird nachts um 22 Uhr geschlossen. Gleich daneben aber gibt’s einen LKW Parkplatz, den wir für die Nacht nutzen können. Nicht schlecht staunen wir, als da plötzlich eine Familien Clan seine Zelte mitten auf dem LKW-Parkplatz aufstellt und dort zu hausen beginnt. Was es nicht alles gibt?

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Unsere Gefühle sind gemischt. Jedenfalls macht sich kein Welt- oder Fernreisegefühl breit. Vielmehr empfinden wir, wie wenn wir wie früher in den Urlaub fahren.

Mit Minoan nach Griechenland

Für die Fährüberfahrt hatte nur noch Minoan Lines Platz für uns und wir konnten glücklich die letzte Zweibett-Aussenkabine ergattern.

Mit zwei Stunden Verspätung taucht die Cruise Olympia auf und mit zwei Stunden Verspätung fährt sie mit uns an Board los.
Dass Menschen in den Korridoren auf Matten herumliegen oder gar ihr Zelt auf Deck aufstellen ist uns neu. Wenn wir an die Würde, den Stolz und den Service der früher griechischen Schiffe zurückdenken, hat sich hier schon vieles nicht unbedingt zum Besseren gewendet. Das Meer ist ruhig und so auch die Nacht.

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Glycki

Ganz unspektakulär erreichen wir Igoumenitsa, Griechenland. Wir bleiben eine Nacht in Igoumenitsa. Doch kann man hier leider nicht mehr am Strand freistehen, die Polizei kontrolliert allabendlich, weshalb wir gezwungener Massen den unaufgeräumt wirkenden und düsteren Campingplatz aufsuchen.

Auf Empfehlung eines griechischen Tankwarts mit bestem Englisch fahren wir nach Glycki, zu den Quellen des Acheron Flusses. Das Essen direkt am Fluss unter Platanen schmeckt ausgezeichnet. Die Quellen, die direkt aus dem Berg sprudeln sind beeindruckend und das Wasser kühl und klar.

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IOANNINA

Auf der E06 geht’s über einen namenlosen aber schönen Pass hinüber nach Ioannina, wo wir auf dem Campingplatz Limnopoula noch einige kleine Arbeiten erledigen wollen. Insbesondere planen wir hier unsere Reise durch die Türkei. Laden Karten herunter und planen die Route mit Garmin BaseCamp V2.6 (V2.7 sollte nicht verwendet werden).

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Krankenhaus Erfahrung

Zwei Tage vor der geplanten Weiterreise befallen mich Bauchschmerzen, starke Blähungen und Fieber, verbunden mit wässrigem Durchfall. Wir wollen zum Arzt, doch dieser schickt uns gleich ins zwei Km entfernte Krankenhaus weiter.
6 Stunden verbringen wir dort mit Warten und zahlreichen Untersuchungen:

  1. Allgemeine Bestandesaufnahme inkl. EKG
  2. Blutentnahme und nochmals Bauch abtasten
  3. Röntgen
  4. Eine Infusion wird mir gesteckt danach fühle ich mich etwas besser (alle hier erhalten eine Infusion!)
  5. Der Chirurg befragt mich und tastet meinen Bauch erneut ab – er meint, es sei eine kleine Darmentzündung,   jedenfalls kein chirurgischer Eingriff nötig
  6. Der Pathologe sagt mir, dass sich der Darm nicht bewege und schickt mich nochmals zum Röntgen
  7. Der Schlussbefund: Darmentzündung! Ich erhalte ein Rezept für zweierlei Antibiotika, welche ich während 10 Tagen einnehmen muss.
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Das Krankenhaus bedarf einer dringenden Renovierung, dennoch konnten wir beobachten, dass alle Arbeiten von Ärzten und Pflegepersonal fachgerecht ausgeführt wurden. Obschon sehr viele Menschen auf Hilfe warteten, verlief das Ganze nach einem geordneten und ruhigen Prinzip – und am Ende waren die Untersuchungen kostenlos. Für die Antibiotika zahlten wir Euro 14.30 in der Schweiz hätten diese das Mehrfache gekostet.

Trotzt der positiven Erfahrung bin ich dankbar, nicht in diesem Krankenhaus bleiben zu müssen. Die nächsten Tage verbringen wir auf dem Campingplatz Limnopoula mit seiner überaus freundlichen Platzwart-Crew. Die Antibiotika machen müde und schwer, ich muss mich zum Essen und Trinken zwingen, bin energielos und liege vielfach einfach herum. Was bietet sich da anderes an, als zum Himmel schauen und Wölklein zählen?

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In der Reha-Klinik am Kerkini See

Es geht langsam aufwärts. Nachdem uns das allabendliche Gedränge um einen Platz am See der einfallenden Camper Horden noch tief in der Nacht verleidet ist, freuen wir uns, endlich aufzubrechen. Unsere nächste Station ist der Kerkini Stausee, wo es Pelikane und andere Vögel geben soll. Hier auf einer kurzgegrasten Wiese am See zu stehen ist erholsam und wir geniessen die Ruhe, auch das Gebimmel der Schafe und Kühe, die weidend an uns vorüberziehen.
Immer wieder hocken Gruppen von Pelikanen am Ufer und putzen ihr Gefieder. Dazwischen stolzieren Reiher und Möwen und andere Vogelarten.

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Go East !

Dem Meer entlang geht die Reise gemütlich weiter nach Alexandroupolis, wo wir auf dem überfüllten Campingplatz noch eine Ecke für uns finden. Alexandroupolis ist der Startpunkt für die nächste Etappe, die Türkei.

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21 Kommentare

  • Hallo ihr Zwei
    Euer Start war ja ein bisschen harzig. Wir hoffen, die Verdauung ist wieder wunderbar und dass ihr kein Spital mehr braucht auf eurer weiteren Reise. Gute sichere Fahrt und herzliche Grüsse Heidi und Werni

    Antworten
  • Nadine Schulthess
    20. August 2019 16:48

    Hallo Götti und Götti Stv.
    So schön z’ghöre wies eu gaht und was ihr für Abentür erlebed. Ich freu mich scho uf de nöchsti Bricht! 😀 Han eu sehr gern und denke immer wider ah eu!
    hebed eu sorg und Gottes riche sege
    eui nadine <3

    Antworten
  • Emmanuel Et Patricia
    19. August 2019 21:05

    Hallo Verena und Ernst,
    Es ist gut euch zu lesen. Trotz deine kleine Überraschungen, wünschen wir Euch das Beste für Eure Reise nach Süden. Bis Tessin sind wir diese Sommer in etwa das Gleiche Strecke gefahren; wir sind am Schluss in Innsbruck gelandet.
    Viel Spass und Danke noch für die Zusammenfassung Eurer Reise. Es mach immer Spass zu lesen.
    Freundliche Grüsse aus Echarlens

    Antworten
  • Wir starten am 1. September, anfangs gleiche/ähnliche Route, dann aber fahren wir nach Tbilisi. Gerne lesen wir Eure Reisenotizen und entnehmen ihnen den einen oder anderen Tipp. Danke, Grüsse und v.a. gute Fahrt! 2,3 kleine Mikroben können einen MAN(N) ohne weiteres aufhalten….
    Marc

    Antworten
  • Iris und Walter
    15. August 2019 13:22

    Hallo Verena und Ernst
    Eure neue Route tönt sehr interessant!
    Wir sind schon gespannt wies weitergeht und wünschen euch viel schöne Erlebnisse für die nächsten Etappen.
    Liebe Grüsse
    Iris und Walter

    Antworten
  • Einfach erfrischend, interessant und schön euren Berichten mit wunderschönen Bildern zu folgen. Gluscht wächst immer mit. Aber, wir haben ja gebucht für den 27.September Zürich-Nairobi. Unser IVECO soll wieder fahrtüchtig sein, schrieb uns Chris. Wir freuen uns auf eine weitere Etappe.
    Bliibet gsund, muetig und munter. Herzlichst MaWe

    Antworten
  • Hallo Ihr Lieben, wow wow wow, so kurze Zeit unterwegs und schon so viel erlebet.
    Die Bilder einfach toll, als wäre man echt dabei.
    wünsche Euch weiterhin Gottes Segen und Bewahrungen.

    liebe Grüsse Eveline

    Antworten
  • Werner Bosshard
    15. August 2019 5:07

    Endlich fremde Erde unter den Reifen!
    Wir freuen uns mit Euch, dass der Neue Plan nun in die Umsetzung geht. Wir sind natürlich schon sehr an Euren Erfahrungen Iran – Arabische Halbinsel – Ostafrika interessiert, planen wir doch das Pendent in Gegenrichtung zu bereisen….
    …. und noch immer, Euch irgendwo anzutreffen.
    Nun wünschen wir Euch viel Spass und Erfolg, sowie das nötige Quentchen Glück.
    Werner & Margreth aus Frick

    Antworten
  • Hey ihr zwei. Da habt ihr auf so “kurzer” Distanz schon viel erlebt. Hoffentlich läuft es gesundheitlich wieder besser und hoffentlich ist das Fernweh und Reisefeeling nun bei euch angekommen. Freue mich auf den nächsten Post. Tolle Bilder. Danke.
    Häbet sorg. Liebe Grüsse Joel

    Antworten
  • Max Harald Goedicke
    14. August 2019 20:18

    Euer Start ist gewiss etwas holprig, denn wer braucht schon Bauchweh am Beginn einer großen Tour. Wir sind jedenfalls bei euch, in guten wie auch in holprigen Zeiten, die es nun mal auf einer solchen Tour gibt.
    Wir starten im Oktober in den Süden, bleiben aber in Europa.
    Im Netz werden wir euch folgen und drücken euch für euer Tun alle Daumen und wünschen euch beste Gesundheit und Glück bei all euren Entscheidungen.
    Liebe Grüße
    Christel & Max

    Antworten
  • Erich Krebs
    14. August 2019 19:41

    Hey Ihr beiden! Der Bericht gefällt mir sehr und ist spannend gemacht! Ihr seid meine Helden! Auf nach Kapstadt und ich darf dabei sein und Eure abenteuerliche Reise miterleben! Danke!
    Mit einer Umarmung Erich

    Antworten
  • Danke fürs mitnehmen…. und vor allem gute Gesundheit
    Freue mich auf eure nächsten Berichte…. liebe Grüsse Aschi

    Antworten
  • STUHLMANN, Klaus
    14. August 2019 18:08

    Hallo aus HH,
    Wie von dir gewohnt, super Berichterstattung, wunderschöne Bildauswahl!
    Viel Gesundheit bei der Weiterreise für euch beide!

    Antworten
  • Karl Schulthess
    14. August 2019 18:01

    Ihr macht ja reichliche Erlebnisse . Ist Dein Darm wieder in Ordnung ? Für die vielen schönen Bilder danke ich Euch sehr und bin mit Euch unterwegs . Seid Gott anbefohlen und eine gute Weiterfahrt in die Türkei Euer Karl und Silv.

    Antworten
  • pegasus unterwegs
    14. August 2019 17:28

    Schöner, aufgeräumter Newsletter, macht Spass zu lesen. Gratuliere dir herzlich.

    Antworten
  • Guido von hORs‘SANtier
    14. August 2019 17:10

    Schön von euch zu hören/lesen! Ich freue mich von eure Erlebnisse in der Türkei und Iran zu lesen ! Habe gerade ein Buch darüber gelesen… Für uns sind es nur noch 27 Tagen bis wir in unserer neuen Roadtrip in Nordamerika starten ! Wir werden mit dem Ro-ro Schiff mit navigieren ( Antwerpen – Halifax ) und auf unseren Plan stehen approx 23000 km vor… Alles Gute und sei vorsichtig!

    Antworten
  • Ulrich Faust
    14. August 2019 16:58

    Auf das ihr bald ein richtig gutes Gefühl von ” jetzt sind wir auf Reisen wie wir uns das gedacht haben” bekommt. Weiterhin Gute Besserung!

    Antworten
  • Toll, dass es jetzt los gegangen ist und auch die gesundheitlichen Probleme gelöst werden konnten. Alles Gute auf der Reise.

    Antworten
  • moni & erwin
    14. August 2019 16:39

    endlich habt ihr es geschafft euch los zu reissen von der pannensträhne! wünschen euch viel glück ..
    bei uns gehts auch bald los ..,

    Antworten
  • Freddy Schulthess
    14. August 2019 13:16

    Das…ja das war toll zu lesen……so ausführlich, man fühlt sich beinahe dabei……
    Liebe Grüsse aus Cortaillod und Gottes Segen……..

    Antworten
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