Hilfe – Wir kommen hier nicht weg

Glücklicherweise bin ich über die Webseite von Heidi und Werner gestossen. Da sie auf der selben Route unterwegs sind, die wir auch geplant haben, nehme ich mit den beiden Kontakt auf. Die Überfahrt für unseren MAN ist auf den 15. Juni ab Genua geplant. Glücklicherweise hat Messinal Lines Verspätung. Dann erhalten wir folgende Nachricht:

„Hallo Verena und Ernst
Bitte lest in Facebook „overlanding afrika“ den Beitrag von Jamie Wood. Es gibt ernsthafte Probleme 4×4 in Alexandria abzufertigen. Seit dem 13. Mai bleiben alle im Hafen stecken.
Herzliche Grüsse Heidi“

Ich traue meinen Augen nicht. Das kann nur ein Gerücht sein, denke ich. Zuerst lese ich natürlich die Nachricht in der Gruppe „Overlandig Afrika“ von Facebook. Jamie Wood schreibt:

Also alle 4×4 Fahrzeug bleiben seit Wochen im Hafen von Alexandria stecken. Das bedeutet nicht nur Warten und Bangen, wann es endlich los gehen kann, sondern verursacht auch immense Kosten, z.B. Hafengebühren, die schon einem mehrere hundert Franken am Tag bedeuten können, daneben Hotelkosten etc.

Ich traue dieser Sache aber noch nicht, es könnte sich ja um einen Einzelfall handeln, ziehe aber alle Register, um herauszufinden, was an der Sache dran ist. Mein Schreiben an den ägyptischen Zoll, an die ägyptische Botschaft in der Schweiz, an den ägyptischen Automobilklub, etc. fruchten alle nichts. Ich erhalte einfach keine Antwort.

Als ich dann die Nachrichten von Marcus Barker las, der an der ägyptischen Südgrenze aufgehalten wurde und dort viele Tage ausharren musste, bis er endlich zurück in den Sudan konnte, um sein Fahrzeug von Port Sudan aus zu verschiffen, war ich vollends überzeugt, dass die Geschichte mit Ägypten wahr sein muss.

Hier geht die Geschichte von Marcus Barker weiter (nur englisch):

Schliesslich erbarmt sich in Ägypten doch noch jemand über uns, der Hafenagent von Messina Lines in Alexandria. Er bestätigt uns, dass es momentan schwierig und langwierig sei, eine Bewilligung für Ägypten zu erhalten. Die von ihm angeschriebenen Behörden sagen, dass sie keinen Zeitrahmen für eine Bewilligung nennen könnten.

Wir sind entsetzt !

So kurz vor dem Ziel das Aus? Schiff gebucht und bezahlt – und nun? Ich hadere – warum sind wir nicht eher losgefahren, mache mir Vorwürfe, sehe keine Lösung. Warum gerade jetzt – hätten die nicht noch etwas warten können. Für eine Zeit lang fällt mir die Decke auf den Kopf, denn auf Ägypten hätte ich mich sehr gefreut!

In der Folge eruiere ich neue Möglichkeiten und lasse durch den Verschiffungsagenten weitere Verschiffungsvarianten prüfen, lasse aber gleichzeitig die Reservation auf der „Jolly Quarzo“ offen, denn noch ist etwas Zeit vorhanden, da die Jolly Quarzo nun erst am 21. Juni los legt.

Möglichkeiten der Umschiffung von Ägypten

Nachfolgend habe ich die Möglichkeiten der Verschiffung des Fahrzeugs unter Auslassung von Ägypten aufgezeichnet.

Ich versuche folgende Verschiffungsvarianten abzuklären:

  • Die einfachste Verschiffung, diejenige nach Israel und danach auf dem Landweg über Jordanien und transit durch Saudi-Arabien nach Jeddah sowie mit der Fähre von Jeddah nach Port Sudan verbietet sich, da man bei Einreise nach Israel automatisch in den islamischen Ländern zurück gewiesen wird (ausser Jordanien).
  • Verschiffung nach Aqaba (Jordanien) und danach transit durch Saudi-Arabien nach Jeddah sowie mit der Fähre von Jeddah nach Port Sudan wäre für mich die naheliegendste Variante gewesen. Allerdings wollte mir Messina Lines dazu kein Angebot machen. Zudem besteht die Gefahr, in Jordanien stecken zu bleiben, sollte Saudi-Arabien das Transitvisum verweigern.
  • Alle Schiffe führen nach Jeddah (Saudi-Arabien), also weshalb nicht dorthin verschiffen und danach mit der Fähre hinüber nach Port Sudan? Auf meine Anfragen beim Saudi-Arabischen Konsulat erhielt ich keine Antwort. Auch unsere Visums-Agentur (AVS Allvisumservice) wusste keinen Rat. Verschiffen nach Jeddah kostet etwa CHF 4600.-, dazu die Ungewissheit, ein Visum für die Entgegennahme des Fahrzeugs am Hafen von Jeddah zu erhalten, war mir zu riskant. Zudem ist diese Variante nicht gut Planbar, da die Bewilligung zum Aufenthalt (Visa) schwierig mit dem Hinflug und der Ankunft des Schiffes (Verspätung) zu koordinieren ist.
  • Direkte Verschiffung nach Port Sudan. Eine Verschiffung von Europa aus direkt nach Port Sudan konnte ich nicht ausfindig machen. Die für CHF 5600.- angebotene Verschiffung von Messina Lines beinhaltete den Umlad des Fahrzeugs in Jeddah auf ein anderes Schiff, da Messina Port Sudan nicht direkt anläuft. Unser Fahrzeug umladen? Wieviele Tage bleibt es ungeschützt im Hafen von Jeddah stehen? – Nein, das kommt nicht in Frage. Das Risiko, ein beschädigtes oder ausgeraubtes Fahrzeug in Port Sudan zu erhalten ist mir zu hoch.
  • Dann gäbe es da noch die Verschiffung nach Djibouti. Doch einerseits wollte mir der Agent partout den Preis nicht nennen und gleichzeitig habe ich Berichte über horrende Hafengebühren gelesen…..

Da ist guter Rat teuer. Verzweiflung macht sich breit.

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hallo Vreni und Ernst ja da kann man sich wirklich fragen wo führt ein Weg durch . Ein Satz vom Autor des Buches “ der kleine Prinz “ kommt mir in den Sinn . Er heisst ; „Nur mit dem Herzen sieht man gut“. Ich bete für Euch um Klarheit in Euren Herzen was jetzt der richtige Weg ist. Seid gesegnt und beschützt . Lg Markus

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  • ‚Es hat nicht wollen sein …‘

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