Es geht nach Hause

Wo ist unser Zuhause?

Reise-Freund Thomas würde mich jetzt korrigieren und mir unmissverständlich zu verstehen geben, dass unser Zuhaus im MAN ist. Was Thomas ausdrückt, trifft auch auf uns zu. Da wo unser MAN steht sind wir tatsächlich zu Hause. Er kann stehen wo er will. Halten wir uns drinnen auf, können wir mitunter auch vergessen, wo wir wirklich stehen.

Kleiner Service

Dennoch, wir haben ein zweites, statisches Zuhause im Norden der Schweiz. Und da müssen wir nach 5/4 Jahren nun wieder einmal hin.
Es gibt aktuell keine Corona-Ausrede, weshalb wir an unseren ganz persönlichen „kleinen Service“ denken müssen. Ärztlicher Checkup, Zahnarzt, Augenarzt etc. – auf mich wartet zudem eine Untersuchung der Netzhaut und die Operation des Grauen Stars an 2/2 meiner Augen.

Makumbi

Unser „Namenloser MAN“ ist nicht mehr so ganz ohne Namen. Inoffiziell wurde er „Makumbi“ getauft, was in Togo (Sambia) „Wolke“ bedeutet. Wenn die auf dem Sambesi ein Ausflugsboot „Makumbi“ taufen können, dann können wir das mit unserem MAN auch tun. Für uns ist unser MAN stets eine „Schönwetterwolke“, denn mit ihm und in ihm sind wir überall zu Hause und innen ist es stets hell und gemütlich, auch wenn es dies draussen nicht ist. Für uns jedoch ist die Namensgebung für ein Fahrzeug nicht wichtig. Im Gegenteil, manchmal treiben da Reisende Sonderblüten mit der Namensgebung.

Ziel Johannesburg

Von Kapstadt aus fahren wir auf der N2 Richtung Osten. Bei Swellendam bleiben wir für zwei Nächte auf dem hübschen Campingplatz des Bontebok Nationalparks. Danach überqueren wir den Langeberg auf dem romantischen Tradouws-Pass. Der legendären und schönen R62 folgen wir bis Calitzdorp, wo wir am alten Bahnhof stilvoll übernachten. Leider gibt es kein Rollmaterial mehr, nur eine Bar im Güterschuppen, die heute aber geschlossen ist.

Regen und Gewitter

Kaum im Buuren-Staat „Freestate“ angekommen, beginnt heftiger und anhaltender Regen. Der „Gariep“ Damm, Staudamm des Orange-River, ist überflutet. Links und rechts unseres MAN gehen heftige Blitze in nächster Nähe herunter. Wir sind froh, hier heil wieder heraus zu kommen. Von nun an bleiben Regen und Gewitter unsere treuen Begleiter, bis wir in Johannesburg in das Flugzeug steigen.

Zugut erinnern wir uns an vergangene Jahre mit völliger Trockenheit hier. Damasl mussten die Farmer ihr Vieh schlachten lassen, weil kein Futter mehr da war und selbst auf Parkplätzen von Einkaufszentren hat man zu uns gesagt „wir beten für Regen“.

Peinliche Panne

Nach dem Mittagessen tut unser MAN keinen Wank. Das defekte Zündschloss ist mittlerweile gegen ein neues getauscht, der Anlasser auch. Ich klopfe etwas am Zündschloss herum – nichts. Wir stehen an einer Nationalstrasse und fühlen uns hier nicht ganz sicher, vor allem nicht für die Nacht. Wir organisieren den MAN-Pannendienst, der etwa 140 Km entfernt ist. „Glücklicherweise“ muss sich dieser zuerst noch einige Ersatzteile beschaffen. Ich checke mehr zufällig nochmals das Armaturenbrett. Der Schalter, der früher einmal für die Hebebühne „zuständig“ war ist umgelegt. Das kann es doch nicht sein? Ich kippe den Schalter hoch – und sofort springt der Motor an. Peinlich – ich gebe dem Pannendienst Bescheid. Nun haben wir „unsere Wegfahrsperre“ entdeckt.

Abstecher in die Drakensberge

Gerne würden wir noch einige Tage in den Drakensbergen verbringen. Grüne Wiesen und sprudelnde Bäche locken uns. Das Wetter macht aber einen deutlichen Strich durch die Rechnung. Die ganze Region ist so mit Wolken behangen, dass keine Berge zu sehen sind. Wir setzen deshalb unsere Reise in Richtung Johannesburg fort.

Parys

Auf dem Umfula Resort in der Nähe des sauberen Städtchens „Parys“ bleiben wir einige Tage. Hier beginnen wir unseren MAN für das Unterstellen während unserer Abwesenheit vorzubereiten. Am Wochenende zeltet eine grosse Gruppe „Dad & Kids“ um uns herum. Die Kinder stören uns absolut nicht. Aber die Väter, die bis morgens früh direkt unter unserem „Schlafzimmerfenster“ lautstark diskutieren, rauben uns den Schlaf.  

Besuche

Wir packen die Gelegenheit und nutzen die Zeit auch für Besuche bei Freunden – z.B. in Bloemfontein (Familienbild).
Für mich am spannendsten ist der Besuch bei einem gleichaltrigen, vitalen Paar, deren Interessen sich mit den meinen decken: Reisen und Modelleisenbahn. Die beiden sind der letzte grosse „Aufsteller“ vor unserer Heimreise.   

Es ist soweit

Etwa 15 Fahrminuten vom Flughafen OR Tambo, am Rande von Johannesburg, können wir unseren MAN für die Dauer unseres Schweiz-Aufenthalts abstellen. Wir bereiten uns darauf vor, parken den MAN ein und werden zum Flughafen gefahren. Adieu, lieber MAN (Makumbi) – bleib schön brav und wir freuen uns, dich bald wieder zu sehen.

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Kapstadt – am Ziel !

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5 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hermann Bösch
    27. Juni 2022 9:25

    Lieber Ernie,
    ganz vielen Dank, einfach fantastisch. Hoffe, du habest die Pannen-Sache nicht einfach als dummer Zufall abgetan. Es war für mich wirklich wunderbar, eurer Reise auf dem PC zu folgen. Erstaunlich für mich auch, wie klar und super deine Fotos sind, mit sehr wenig Speicherbedarf!!??
    LG Hermann Bösch

    Antworten
  • Hallo Vreni und Ernie!
    Hab mich immer sehr Gefreut über eure Berichte (für mich der Hammer war die Langzeitaufnahme der Milchstraße) wünsche euch Gesundheit und viel Glück im weiteren Leben.
    PS: Hoffe auf neue Berichte
    Uwe

    Antworten
  • Werner Bosshard
    2. Juni 2022 20:29

    Ja, wir kennen die Gefühle, wenn’s nach einer langen, intensiven Zeit vorüber ist.
    Dankbarkeit, Wehmut, aber doch auch die vielen meist positiven Erinnerungen.
    Und es ist ja wirklich nicht selbstverständlich, alles ohne grössere Probleme geschafft zu haben.
    Auf jeden Fall, haben wir die ganze Reise immer mit viel Interesse und Freude mitverfolgt und uns an den interessanten Erzählungen und den tollen Fotos erfreut.
    Wäre schön, Euch in der Schweiz mal zu Treffen.
    Herzliche Grüsse
    Werner & Margreth

    Antworten
  • Freddy Schulthess
    30. Mai 2022 21:00

    Hallo Ihr beiden Lieben,
    Jaja alles geht irgend wann mal zu Ende und dann kommt der kleine Moment der Wehmut.
    Aber es soll ja nicht so lange dauern und Ideen schwirren wieder im Kopf herum, das bin ich mir sicher.
    Auf jeden Fall habe ich mich köstlich ergötzt an Eurem ganzen Bericht, von A bis Z.
    Wisst Ihr was, am liebsten wäre ich Euch hinterher gefahren. Aber eben, mein MAN ist viel zu klein, um eine solche Reise zu machen.
    Nun ich habe dies mit Eurem Bericht auch machen können und bin sehr froh dabei, dass ich dies erleben durfte mit Euch.
    Ganz herzlichen Dank für all diese Berichte und bin sicher auch wenn es eine weitere Reise gibt werde ich wieder voll dabei sein.
    Liebe Grüsse Euer Freddolo

    Antworten
  • Ulrich Faust
    29. Mai 2022 20:04

    Hallo Vreni und Ernie!

    Es ist mir immer wieder eine so große Freude, eure schönen Berichte zu lesen und die schönen Bilder, wahrscheinlich in erster Linie von Ernie, berichtigt mich bitte wenn ich falsch bin, sehen zu dürfen. Sie sind so schön anzusehen, so einwandfrei entwickelt, nichts dran überzogen, aber das was zu sehen ist, perfekt in Szene gesetzt. Klasse! Auch das breite Panormaformat mag ich persönlich sehr sehr gerne.
    Aber auch die Texte sind sehr angenehm zu lesen.
    Ich wünsche euch beiden alles erdenklich Gute für die Zeit in der Schweiz und das ihr noch viele schöne Momente erleben könnt, wenn es denn dann weiter gehen mag mit eurem MAN.
    Lasst euch „gut pflegen“ in den nächsten Monaten, herzliche Grüße von der Ostsee!

    Ulrich

    Antworten

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