Namibia 2022

Tsumeb

Wir wollen dem feucht-heissen Gewitter-Wetter entfliehen, denn dieses begleitet uns nun eine geraume Zeit. Unser Sehnen nach trockenerem Wetter stillen wir, indem wir innerhalb von drei Tagen die 900 Km nach Tsumeb zurücklegen.

Tsumeb ist eine sympathische und relativ sichere Kleinstadt mit sehr guten Versorgungsmöglichkeiten. Tsumeb ist auch das Tor zum Etosha Nationalpark. Aber nicht nur das, Tsumeb verfügt auch über einen hervorragenden Campingplatz. Das Kupferquelle Resort bietet schattige Plätze, viel Grün, einen riesigen Swimmingpool, ein gutes Restaurant und einen kleinen Supermarkt, in welchem man Qualitätsprodukte findet, die man sonst vergeblich sucht.

Da wir auf die angepeilten Ziele im Caprivistreifen verzichtet haben, können wir 9 Tage in Tsumeb bleiben. Je länger wir reisen, umso mehr bleiben wir gerne an einem schönen oder guten Ort auch mal etwas länger stehen.

Wir kommen von einem Ausflug in die Stadt auf den Campingplatz zurück und staunen nicht schlecht, wen wir da auf dem Campingplatz antreffen: Ueli und Iris aus der Schweiz. Wir kennen die Beiden von den Fernwehtreffen, die Pegasus-Unterwegs jährlich organisiert. Das ist nun die Überraschung pur. Leider müssen Ueli und Iris am nächsten Tag wieder weiter. Aber immerhin, ein gemütlicher Abend bleibt uns.

Etosha Nationalpark

Zwar haben wir uns 2021 vorgenommen, nie mehr in den Etosha Nationalpark zu fahren, einerseits, weil die Tiersichtungen dürftig waren, besonders aber auch weil das Strassennetz grösstenteils nicht gepflegt wird und man stundenlang über übelstes Wellblech fahren muss. Mit Mietauto wahrscheinlich weniger ein Problem, aber das eigene Fahrzeug will man ja nicht zerstören. Nach dem uns aber der Hwange Nationalpark in Simbabwe sehr enttäuscht hat, erschien uns der Etosha Nationalpark wie ein Paradies und wir buchten 11 Tage Etosha.

Am 8. Dezember fahren wir von Osten her in den Etosha Nationalpark ein, zum Camp Namutoni. 5 Nächte verbringen wir in Namutoni, in Halali 2 Nächte und in Okaukuejo nochmals 4 Nächte. Die weitaus meisten Tiere haben wir um Namutoni herum gesehen. Bei diesem Camp sind auch die Wasserstellen nicht so weit entfernt, so dass man am frühen Morgen gleich nach Sonnenaufgang und am Abend bis zum Sonnenuntergang am Wasser stehen kann. In der Regel sind wir am Morgen bei Tor-Öffnung aus dem Camp heraus gefahren. Über Mittag, Pause auf dem Campingplatz und am Abend nochmals auf Pirschfahrt bis kurz vor Torschliessung. Dieser Fleiss, nützt aber leider nichts, wenn man zur falschen Zeit in die falsche Richtung fährt. Die Löwen, die wir an den ersten Abenden brüllen hörten, haben wir leider nie zu Gesicht bekommen.
Nachfolgend jetzt keine chronologische Abhandlung unseres Besuchs, sondern lediglich einige Bilder einiger Tiere.

Elefanten

Dieses Jahr mit sehr viel Nachwuchs.

Tüpfel-Hyäne

Haben sich Löwen und Leoparden rar gemacht, so können wir umso mehr Tüpfel-Hyänen beobachten. Dass zwei Junge gerade noch aus ihrem Bau der Mama nachgucken und nicht auf uns achten, ist für uns ein Glücksfall. Lustig auch die Geschichte der Hyäne, die mit einem Bein im Maul an den anderen Hyänen vorbeirast, damit ihr ja keine den Leckerbissen stielt.

Giraffen

Giraffen sind schön, Majestätisch – aber auch die grössten Langweiler. Sie zögern und zögern und fliegt ein Vogel auf, rennen sie schon wieder weg.

Kap Fuchs

Unscheinbar am Wegesrand liegt ein kleines Fell-Bündel. Wir hätten es beinahe übersehen. Ist das ein junger Schakal? Jedenfalls lässt er oder sie sich nicht stören durch unsere Anwesenheit. Am Ende stellt sich heraus, dass wir einen Kap-Fuchs abgelichtet haben. Der Kap-Fuchs ist zwar nicht selten, aber selten bekommt man ihn zu Gesicht, da er ein nächtlicher Jäger von Mäusen, Echsen, Käfern und dergleichen ist und den Tag in seinem Bau verbringt. Ich muss ehrlich zugeben: das sind meine gegenwärtigen Lieblingsbilder.

Nashorn

Unser erstes Nashorn sehen wir bei Regen in klein Namutoni. Unser zweites am frühen Morgen im Gegenlicht. Nashörner wirken optisch schwerfällig. Doch sie können auch „beschwingt“ davontänzeln. Das ist dann ein überraschender und lustiger Anblick.

Geparden

Leider haben wir die Jagd auf das Springböcklein nicht mitbekommen. Die Geparden Familie – eine Mutter mit ihren drei Jungen – sitzen vor einem Strauch, der ihnen wohl bei Sonnenaufgang etwas Schatten spendet. Die Mutter sitzt oft auf, während sich die Jungen ihrer Mahlzeit widmen. Die Mäuler sind noch blutig vom vom Fleisch des Springbocks. Irgendwann wird es der Geparden Mutter jedoch zu heiss und sie packt das Springböcklein und schleppt es mühsam unter einen mehr Schatten spendenden Strauch. Wohl auch deshalb, weil Geier zu kreisen beginnen, was anderen Tieren die Beute verraten könnte.

Landschaft und Stimmungen

Zwar sind im Etosha Nationalpark Bereich beinahe Tier-leer, dafür können die Wetterstimmungen umso mehr punkten.

Kamanjab

Mitte Dezember beginnen die Südafrikanischen und Namibischen Weihnachtsferien. Dann sind die meisten Orte ausgebucht und voll. So ziehen wir uns nach Kamanjab zurück, wo wir auf dem Oppi-Koppi Resort ruhige Tage verbringen wollen, weil wir denken, dass da um diese Jahreszeit niemand ist. Doch weit gefehlt. Vom Ort her dröhnt Musik bis tief in die Nacht hinein zum Campingplatz und im Resort ist ein stetes Kommen und gehen und uns werden nur Campingplätze offeriert, die ziemlich schief sind. Da wir als Overlander keine Campinggebühr entrichten müssen, konnten wir auch nicht reservieren. Andererseits wird erwartet, dass wir das Restaurant berücksichtigen.

Wir beschliessen, uns von Oppi Koppi zu verabschieden und fahren 3 Km ausserhalb Kamanjab zum Kamanjab Rest Camp. Seit den Corona-Lock-Downs ist hier nicht mehr viel los. Das Restaurant musste geschlossen werden und der Campingplatz ist nur noch für Reisende geeignet, die keinen Stromanschluss benötigen. Der Paltz ist aber so etwas von gepflegt und sauber. Kein Wunder, die Besitzer Tina und Rolf sind deutschstämmig. Hier werden sogar Bäume geschnitten, was wir in Afrika noch kaum erlebt haben. Der Campingplatz ist äusserst ruhig und zu dem auch noch idyllisch. Das romantische Gelände ist gut erschlossen und so kann man auch täglich seinen Spaziergang machen. Hier haben wir es gut. Der Kontakt zu den Besitzern ist herzlich, aber nicht aufdringlich. Einfach sympathisch. Und in dieser schönen Atmosphäre verbringen wir stimmungsvolle Tage über Weihnachten und Neujahr.

Und damit schliessen wir das Reisejahr 2022 entspannt und ruhig ab, dankbar für alles, was wir erleben durften, dankbar auch, dass wir nach den anfänglichen Pannen im Juli 2022 eine sonst pannenfreie Reise erleben durften.

Milchstrasse

Um diese Jahreszeit ist die Milchstrasse von der weniger attraktiven Seite zu sehen. Dafür befinden sich einige Planeten und andere Himmelskörper im Bild. Dank einer Plattform auf einer Erhöhung des Kamanjab Restcamps können wir unsere letzten Sternenbilder im Jahr 2022 aufnehmen. Dieses Panorama besteht aus etwa 6 Bildern, die zusammengefügt worden sind.

Von Links nach rechts: Sternhaufen der Plejaden – Capella – Mars – Taurus – Orion – Sirius – Canopus – grosse Magellan Wolke – (und viele mehr)

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