Namibia: Kaokoveld – 6. bis 16. Tag

6. Tag: Hartmann-Tal – Blue- and Red Barrel

Oben, am Aussichtspunkt, haben wir uns gefragt, wo die Piste durch das Hartmann Tal denn durchführen könnte, denn das ganze Tal ist gefüllt mit Sand und nochmals Sand.
Vom Aussichtspunkt fahren wir etwa 160 Höhenmeter hinunter in das Hartmann Tal und von da durch das ganze Tal wieder hoch bis zum 0rangefarbenen Fass.

Die Strecke vom orangefarbenen zum blauen und weiter zum roten Fass ist steinig und unangenehm und zieht sich hin. Nebst einigen steilen Ab- und Auffahrten zu Nebenflüssen, ist besonderes Augenmerk den Reifen geschuldet, damit diese nicht von einem kantigen Stein aufgeschlitzt werden. Doch kommen wir schliesslich am roten Fass gut an. Hier kommt eine jüngere Himba Frau eilends zu uns, um Handarbeiten zu verkaufen. Nach dem roten Fass, ausserhalb des bewohnten Gebiets, übernachten wir an einer erstaunlich bewachsenen Felswand.

7. bis 9. Tag: Mariental und Camp Syncro

Heute fahren wir durch das sandige Mariental zum Camp Syncro. Der Sand ist etwas weicher und ändert seine Farbe von orange-rot zu hellgelb. Das Tal ist weit und die Landschaft faszinieren.

Das Camp Syncro liegt direkt am Kunene, dem Grenzfluss zu Angola. Es wurde vor vielen Jahren von einem Schweizer Paar gegründet und lange Jahre auch geleitet.
Wir geniessen den Schatten der grossen Bäume., da hier am Kunene die Temperaturen viel höher sind, da die atlantischen Luftströme diesen Talkessel nicht mehr erreichen.
Esther und Thomas überraschen uns mit einem echten Schweizer-Fondue, das trotzt der Hitze vorzüglich schmeckt – und zur Nachspeise gibt es sogar improvisierte aber sehr aromatisches Pistazien-Eis. Lecker.

10. bis 12. Tag: Camp Syncro – Purros

Durch das Mariental geht es zurück und „über“ das blaue Fass fahren wir erneut dem Rand des Skeleton Coast Nationalparks entlang. Besonders die letzten 70 Km vor Purros sind sehr reizend. Wir durchfahren eine Mondlandschaft aus Sand und Fels, vorbei an der Felsformation „The Grizzly Bear“. Am frühen Morgen erleben wir wieder das Phänomen, dass Nebel von der etwa 40 Km entfernten Küste einzieht, sich bei Sonnenaufgang aber schnell verflüchtigt.

Kunst im Kaokoveld

Ein unbekannter Künstler positionierte verteilt über das gesamte Kaokoveld kleine Skulpturen aus Draht und Stein. Einige dieser Skulpturen entdecken wir.

13. und 14. Tag: Purros

In Purros legen wir zwei Ruhetage ein. Die Aussicht vom Omenje Camp, direkt am Hoarusib, ist atemberaubend. Der Besuch des Himbadorfes von Purros ist ein Reinfall. Die Damen sind nur auf Verdienst aus. Nach dem wir den obligaten Zucker und das Maismehl abgegeben haben, startet die „Vorführung“. Doch schnellst möglich gehen die Damen zum Souvenirverkauf über. Wir kaufen auch, weil kein Eintrittsgeld verlangt wurde. Doch weit gefehlt. Zum Schluss halten sie uns ein Buch unter die Nase, in das wir uns einschreiben müssen – und danach soll noch das Eintrittsgeld bezahlt werden. Unsere Reaktion haben sie sicher nicht erwartet, denn, nachdem wir den Eintrittspreis beglichen, die erstandenen Souvenirs gegen Geldrückgabe zurückgetauscht und unsere Naturalienspende wieder an uns genommen haben, waren die Damen unter sich mit einer heftigen Diskussion beschäftigt.

15. und 16. Tag: Hoarusib und Hoanib

Die letzte Etappe unserer Reise durch das Kaokoveld führt uns zuerst den Hoarusib westwärts, bzw. abwärts, danach queren wir das Gebirge entlang der Grenze zum Skeleton Coast Nationalpark zum Hoanib.

Wir finden bei Purros den tiefsandigen Einstieg in den Hoarusib und folgen der deutlichen Spur im Flussbett. Der Hoarusib führt in diesem Bereich Wasser. Vermutlich tritt hier Grundwasser an die Oberfläche. Mit etwas mulmigem Gefühl in der Magengegend queren wir immer wieder das Wasser. Natürlich haben wir den Reifendruck entsprechend angepasst und kommen so gut durch.

Auf einer einen Hügel hinaufsteigenden Sanddüne finden wir einen idyllischen Platz für unsere letzte Nacht im westlichen Kaokoveld.

Heute fahren wir den Hoanib „flussaufwärts“, das heisst von West nach Ost. Die ersten Zweidrittel des Flusses sind nicht nur sehr gut zu fahren – der Sand ist nicht allzu weich – sondern auch wunderschön. Herrlich, diese Natur. Doch leider lassen sich auch hier keine Wüsten-Elefanten erblicken. Danach wird die Piste enger und führt durch viel Gebüsch, ist auch nicht immer klar zu erkennen. Hier müssen wir besonders auf vorstehende kantige Felsen und Steine achten. So sind wir froh, nach dem „Elephant Song Camp“ wieder auf offeneres Terrain zu stossen.

Doch wartet auf uns Chauffeure noch eine letzte Herausforderung. Die letzten etwa 1000 Meter vor der Schotterstrasse D3707 bestehen aus feinstem Staub und viele tiefe Spuren zeugen von eingesunkenen Fahrzeugen.
Wir zirkeln zwischen den zahlreichen Bäumen mit konstanter Geschwindigkeit und hoher Drehzahl durch, stets darauf achtend, nicht vom eigenen Feinstaub eingeholt zu werden. Und plötzlich ist es geschafft! Erleichterung!

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