Tansania

Durchreise

Drei Gründe sind es, die uns veranlassen, Tansania nicht ausgiebig zu bereisen, sondern nur hindurch zu fahren.

  1. Die Regenzeit hat soeben begonnen und wir haben keine Lust auf Regenmassen und düstere Tage
  2. Nachdem der Tansanische Präsident, John Magufuli, gestorben ist, herrscht Unsicherheit, wie seine Nachfolgerin mit Covid-19 umgehen wird. Zweitweise konnte man von Tansania nach Kenia nicht mehr einreisen, weil Tansania als Hochrisikogebiet bewertet wurde und so ist nun unklar, ob die umgebenden Staaten – auch Sambia – allenfalls ihre Grenzen zu Tansania schliessen werden (was sie nicht taten, wie wir unterdessen wissen). Zudem ist zu diesem Zeitpunkt auch nicht klar, wie stark Corona wirklich verbreitet ist.
  3. Die Eintritts- und Fahrzeuggebühren für die tansanischen Nationalparks sind horrend. Da wollten wir nicht mitmachen. Zugleich sind die Pisten in den Parks nicht gepflegt und ein Durchkommen erschwert.

Ja, und dann hatten wir auch einfach das Bedürfnis einmal „weiter zu kommen“. Über Tansania gibt es deshalb von unserer Seite her nicht viel zu berichten. Vielleicht fahren wir bei einer späteren Gelegenheit nochmals hin?

Jedenfalls verderben einem die vielen Polizeikontrollen die Freude am Fahren in Tansania. Die Polizisten warten nur darauf, dass du einen Fahrfehler machst und wenn du bei der „Ende 50 Tafel“ schon 1 Km zu schnell fährst, runden sie das grosszügig auf 58 Km/h auf und kassieren hämisch grinsend.

Tanga

Die Wiese beim CBA-Hotel ist vom Regen bereits etwas aufgeweicht. Die Menschen in Tanga (und auch anderswo in Tansania) tragen keine Masken – wir schon.

Hier in Tanga wollen wir eine SIM-Karte kaufen, was sich als Unmöglichkeit herausstellt. Wir wurden vorgewarnt. Die Angestellten suchen nach unseren Fingerabdrücken im System und die sind dort natürlich nicht hinterlegt. Also gibt es keine SIM-Karte. Glücklicherweise setzt sich unser Tuck-Tuck-Fahrer ein, telefoniert jemandem und bald darauf kommt eine dynamische junge Frau hereinspaziert, zeigt ihren Personalausweis – und innert Minuten haben wir unsere SIM Karte. Juwairia, wie die Dame heisst, ist alleinerziehende Mutter und sie gibt uns auch noch ihre Telefonnummer, falls wir ein weiteres Problem hätten.

Gleichzeitig realisieren wir, weshalb unsere alten Smartphones so dick geworden sind – die Akkus sind aufgebläht, also nichts wie weg damit. Das bedeutet auch, dass wir ein neues Smartphone benötigen, um es als Hotspot nutzen zu können.

Tanga – Tan Swiss Lodge

SIM-Karte gekauft, neues Smartphone erworben, Geld aus dem Automaten gezogen – nichts hält uns mehr in diesem feucht-heissen Klima. Wir nehmen deshalb den Weg bis zur Tan Swiss Lodge bei Mikumi unter die Räder. Heute jedoch schaffen wir es nur noch bis zur 135 km weit entfernten Ortschaft, Mkata, wo wir an einer Tankstelle für 3000 Tansanische Schillinge übernachten können. Wir übernachten ganz gerne bei Tankstellen, da für uns das Dröhnen von Dieselmotoren, das Ankommen und Wegfahren von LKW’s spannend ist. In solchen Fällen sind wir jedoch auch froh, einen Durchgang zur Fahrerkabine zu haben, die uns ein unbemerktes Durchsteigen ermöglicht und wir so die Blicke von Einheimischen weniger auf uns lenken.

Anderntags geht’s die verbleibenden gut 300Km weiter zur Tan Swiss Lodge in Mikumi.

Tan Swiss Lodge

Die Tan Swiss Lodge liegt am Ortsrand von Mikumi und nur wenige Kilometer vom Mikumi Nationalpark entfernt. Hier gründete der Auswanderer „Joseph aus dem Muotathal“ sein eigenes kleines Paradies. Nebst einem grossen und in der Gegend bekannten Restaurant mit klarem Swimmingpool, vermietet Joseph auch Bungalows und Appartements. Dem Strassenverkehr abgewandt liegt zudem ein unter Overlandern bekannter Campingplatz, der europäischen Standard erreicht. Natürlich ist die Tan Swiss Lodge von der gegenwärtigen Corona-Krise geprägt. Die NGO’s (Hilfswerke) in der Umgebung sind nach Hause geflogen und nur noch wenige Reisende fahren durch Tansania hindurch.

Scheibe kaputt?

Auf dem Campingplatz der Tan Swiss Lodge sind wir mit Esther & Thomas mit MAN „Muck“ aus der Schweiz verabredet. Das stellt sich als Glücksfall heraus, denn die letzte gestrige Fahrstunde mussten wir mit offenen Seitenscheiben fahren, da die automatischen Fensterheber ihren Dienst versagten. Am Ende ist es nicht mehr Thomas, der mir hilft, sondern – wie zu sehen – fühlt er sich in seinem Element wohl. Da schon 14 Jahre in dieser Welt unterwegs, kennt er die Konstruktion im Türinnern, also assistiere ich ihm dabei.

Schliesslich hat es sich gelohnt, das Türfutter aufzumachen. Die Mechanik des Fensterhebers musste dringend geschmiert werden. Der Ursprung des Defekts war aber ganz einfach – die Sicherung und zwar steckte da eine 10 A statt eine 15 A Sicherung in der Konsole.

Fahrt zur Kisolanza Farm

Ein weiterer Hotspot an unserer Reiseroute durch Tansania ist die Kisolanza-Farm. Da wirnoch auf dem Informationsstand sind, dass der PCR-Test für Sambia auf dem Landweg 14 Tage gültig sein soll, fahren wir nach zwei Tagen weiter und die Strecke von der Tan Swiss Lodge zur Kisolanza Farm ist landschaftlich wunderschön.

Kisolanza Farm

Die Farm ist etwa 16’000 Hektaren gross. Ein Teil davon ist einheimischer afrikanischer Busch, wo auch der grosszügige Campingplatz angesiedelt ist. Da wir auf Kisolanza endlich mal wieder unsere Beine bewegen können, bleiben wir zwei Tage und verbringen diese mit kleinen Rundgängen auf dem Farmgelände.

Bis zur nächsten grösseren Stadt – Mbeya – sind es nochmals gut 300 Km. Etwa 80 Km vor der Sambischen Grenze übernachten wir nochmals, und zwar auf dem Parkplatz beim ICC Hotel in Mbalizi. Ein letzter schöner Abend mit Esther & Thomas – morgen fahren wir über die Grenze nach Sambia, während die beiden versuchen, nach Malawi einzureisen.

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Christoph Gollinger
    11. September 2021 19:07

    Herrlich, wieder von Euch zu hören. Hatte schon angefangen mir Sorgen zu machen. Weiterhin alles Gute auf eurem Weg.

    Antworten

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