Zuerst auf Asphalt, danach auf guter Schotterpiste fahren wür über die Vulkanebene „Harrat Uwayyrid“, bis eine schmale Sandpiste davon abzweigt. Dieser folgen wir und gelangen so in das Natur-Reservat „Harrat Uwayyrid“.
Harrat Uwayyrid Natur Reservat
Vulkanhochebene
Wie in manchen Teilen von Saudi-Arabien, so auch hier, durchfahren wir eine gigantische Vulkanlandschaft. Später wechseln die dunkeln Farbtöne des Vulkanauswurfs zu gelbem Sand.
Die Sandspur ist schmal, aber gut zu befahren. Den Reifendruck haben wir erst etwas gesenkt. Die Spur führt uns allmählich leicht bergab und die weite Ebene beginnt sich mehr und mehr zu einem Tal zu schliessen.
Fels Labyrinth
Vor uns tauchen Felsformationen auf und wir sind gespannt, wie uns die Piste durch dieses Felslabyrinth hindurchführt.
An manchen Stellen ist es tatsächlich knifflig, abgebrochene Pistenränder verlangen grosse Konzentration. Nach Tiefsandpassage knickt die Piste scharf rechts ab in eine starke Steigung und Ähnliches. Andererseits machen solche Herausforderungen viel Spass und hinterlassen ein tiefes Gefühl der Genugtuung, wenn man es geschafft hat. Und so ist jede Wüstentour für uns auch ein Fahrtraining und wir lernen mehr und mehr, was unser geliebter MAN so alles kann. Nicht zuletzt aber schätzen wir auch die Einsamkeit, die Stille, die wir auf solchen Streckenabschnitten vorfinden.
Pilz-Felsen
An dem Pilz-Felsen, der sich auf der anderen Talseite befindet, wollen wir eigentlich vorbeifahren, da wir schon einmal hier waren. Doch da schwenken zwei Menschen heftig ihre Arme und von Weitem sehen wir auch ein Expeditionsmobil stehen. Als wir näher kommen entpuppen sich die zwei Menschen als Tommy und Conny von www.mantoco.com, die zur Zeit eine Reisegruppe durch den nahen Osten führen. Sie sind allerdings alleine und so gesellen wir uns wieder einmal für eine Nacht zu ihnen am Pilzfelsen.
Unerdessen haben wir schon mehrere Pilz-Felsen in verschiedenen Landschaften Saudi-Arabiens gesehen. Dicher dieser hier gehört bestimmt zu den schönsten und fotografierenswertesten Pilz-Felsen.
Tiefsandiges Wadi
Bis zum Ende des Reservats führt uns die Sandpiste durch das breite und tiefsandige Wadi. Wir erinnern uns immer wieder an den Einen Satz, den uns unser Offroad-Trainer in Südafrika eingeprägt hat: „Wir fahren nicht IM Sand, sondern AUF dem Sand“. Das bedeutet hochtouriges Fahren, einerseits um genügend Kraft, andererseits auch genügend Schwung zu haben. Und so schaffen wir auch diese Strecke ohne Zwischenfall und ohne eine Schaufel auspacken zu müssen.
Wadi Disah
Das Wadi Disah und seine ausserordentliche Umgebung liegen an unserem Weg zur Hizma-Wüste und zur Jordanischen Grenze. Zwar kennen wir das Wadi Disah bereits, können es aber nich lassen, hier nochmals Zeit zu verbringen.
Pass-Strasse
Der direkteste Weg zum Wadi Disah führt über eine Passstrasse mit Lastwagen-Verbot. Wir fahren trotzdem. Das Verbot ist der auf der Nordseite steil abfallenden Strasse geschuldet. Die Abfahrt beträgt bestimmt um die 25%. Das bedeutet, kleinen Gang einlegen und Motorbremse benutzen bis wir unten sind. Wir kommen heil an und da wir sehr langsam fahren müssen, können wir die unglaubliche Landschaft auch geniessen.
Wadi Trban
An der Bergkulisse des Wadi Trban können wir uns nicht satt sehen und die Abende sind ganz besonders spektakulär. Das Wadi Trban ist ein Nachbar-Wadi des weltbekannten Wadi Disah, aber auf seine eigene Art und weise nicht minder schön.
Wadi Disah
Eine Augenweide sondergleichen. Rötliche, hochaufragende Felstürme kontrastieren mit saftigem Grün am Talesgrund. Ganzjährig führt der Disah-Bach Wasser, je nach Saison mehr oder weniger. „Disah“ bedeutet „Tal der Palmen“ und dieses Tal wird diesem Namen gerecht.
Da wir das Disah-Tal schon früher besucht haben, setzen wir unseren Fuss nur noch für die ersten paar hundert Meter ins Tal.
Hizma-Wüste
Zusammen mit zwei Teilnehmerfahrzeugen der „Mantoco-Reisegruppe“ und unter der Leitung von Mantoco selber, fahren wir durch die Hizma-Wüste. Treffpunkt ist am 5. April 2025 der „Al Shaq Canyon“, der auch „Grand Canyon von Saudi-Arabien“ genannt wird.
Al Shaq Canyon
Hizma Wüste Süd
Wir sind insgesamt vier etwa gleich grosse und gleich ausgerüstete Fahrzeuge und steuern vom Al Shaq Canyon auf den Beginn der Sandflächen der Hizma Wüste zu. Drei Fahrzeuge der Mantoco-Gruppe sind bereits voraus gefahren weil sie schneller unterwegs sein wollen. Wir finden uns völlig unproblematisch in die Gruppe ein und können uns glücklich schätzen, mit so tollen Kolleginnen und Kollegen durch die Wüste fahtren zu können.
Zu Beginn des Sandes senken wir alle den Luftdruck unserer Reifen, um eine grössere Auflagefläche zu erhalten. Das Fahren im Sand ist etwas vom Schönsten – sofern wir nicht stecken bleiben. Und wir bleiben auch nicht stecken.




Ganz gemütlich fahren wir durch den südlichen Teil der Hizma Wüste. Wir geniessen die Landschaft – sie lässt uns oft sprachlos werden – und das Fahren im Sand. Ein erster etwas längerer Halt gilt einem doppelten Felsbogen, den einige erklimmen. Danach geht die Reise weiter zu einem einfachen, aber markanten Felsbogen, den wir um die Mittagszeit erreichen.
Die Mantocos schlagen vor, hier auch für die Nacht zu bleiben. So gibt es eine anständige Mittagsruhe und danach klettern die Gruppenteilnehmer über die Felsen. Auch wir beschliessen, zum Felsbogen hoch zu steigen, was gar nicht so einfach ist, da man den Weg hinauf richtig suchen muss. Aber es lohnt sich und etwas Bewegung tut uns ebenfalls gut. Dass das Reisen mit Mantoco so gemütlich und entspannt wird, konnten wir uns nicht vorstellen und sind entsprechend begeistert.
Heute hat meine Geliebte, Verena, Geburtstag, den 70-sten. Conny Mantoco bäckt heimlich einen Kuchen und so erhält Verena einen unvergesslichen Geburtstag in einer Saud-Arabischen Traumlandschaft.




Hizma Wüste Mitte
Bis zur Hauptstrasse Nr 8784 sind es nur noch wenige Kilometer. Vorher fahren wir jedoch noch eine steile Sanddüne hinunter, überqueren die Strasse und fahren gleich wieder hinein in den Sand des mittleren und viel grösseren Wüstenabschnitts.
Tommy von Mantoco fährt voraus und führt uns zwischen Hoch aufragenden Felsen hindurch. Plötzlich stehen wir vor einer wunderschönen, beinahe glatten und senkrechten Felswand. Schöne und klar zu erkennende Fels-Ritzungen befinden sich im unteren Teil der Felswand, die wir ohne Mantoco weder gefunden, noch gesehen hätten.




Für die Mittagsrast hat sich Tommy einen wunderschönen Doppel-Felsbogen ausgesucht. Ich zweifle jedoch, dass wir zu diesem hinauf fahren können (Siehe Bild oben). Doch, oh Genugtuung, wir alle schaffen es ohne stecken zu bleiben. Nicht jedoch ohne an einer schiefen Stelle mit der Hinterachse etwas abzurutschen. Das bedeutet höchste Konzentration – und eine neue Erfahrung im Sand.
Am Nachmittag begegnen wir einer Kamelherde und fragen uns wieder einmal mehr, wovon diese hier im Sand wohl leben. Dann frischt der Wind auf und die Luft ist voller Staub und Sand. Deshalb schlagen Tommy und Conny vor, dass wir uns ins Wadi Alghwyl verziehen, zum Schutz von Sand und Staub. Hier, im Wadi Alghwyl übernachten wir denn auch an einem von Felsen umgebenen, romantischen Ort.
Hizma Wüste 3. Tag
Ein herausfordender Tag liegt vor uns, was wir jetzt jedoch noch nicht wissen. Heute gilt es, höhere Dünen zu erklimmen, um ins Badjah Wildschutzgebiet zu gelangen. Wir bleiben zwar nicht stecken, müssen jedoch einmal zurückfahren und den Reifendruck noch weiter senken, um weiter zu kommen. Auch am heutigen Tag gibt es Schrägfahrten im Sand, mit der Neigung, seitlich abzurutschen. Aber wir kommen gut durch und manchmal ist gerad zur Rechten Zeit ein Grasbüschel da, um das abrutschen zu verhindern.




Das Badjah Wildschutzgebiet dient dem Wiederaufbau eines Wildtierbestandes für die neuen Zentren des NEOM-Projekts, die ebenfalls über Tierparks verfügen sollen. Das ehemals heimische Wild soll im ganzen Land wieder frei umherziehen können.
Wir sehen leider nur einige Gazellen, die schwer fotografiert werden können. Unsere Zeit ist stark begrenzt, man müsste mindestens einen ganzen Tag Zeit haben, wenn nicht mehr. Wir konzentrieren uns deshalb auf das „Grab des Pharao“ – ein schmaler Schlitz im Berg, den man (ohne Bierbauch) nur seitlich gehen kann und am Ende nur durch Kriechen am Boden in den dahinter liegenden Steinbruch gelangt.




Auf dem Weg zum mit der Gruppe vereinbarten Übernachtungspunkt fahren am grössten aller Felsbogen vorbei. Doch wegen des schlechter werdenden Wetters haben wir keine Lust, hochzukraxeln.
Hizma Wüste 4. Tag
Nochmals einige Herausforderungen am heutigen Tag. Tommy und Conny fahren auf eine hohe und steile Düne zu und wir wundern uns, wo es hier einen Durchgang für uns gibt. Und tatsächlich, wir fahren ganz einfach nach rechts und dem Foss der Düne entlang und danach zwischen Fels und Sanddüne und gelangen so, auf „Schleichwegen“ weiter Richtung Norden. Etwa um die Mittagszeit verlassen wir die Gruppe, die wir allerdings in Aqaba wieder treffen werden und fahren nach Haql am Golf von Aqaba, wo wir nochmals einkaufen und am 10. April aus Saudi-Arabien aus und in Jordanien einreisen.
Und hier kommen unsere neuen Reisekollegen gefahren mit ihrem 30 Jahre alten Mercedes Lastwagen, Peter und Regina, mit welchen wir immer gerne zusammen sind.
Haql
Am Golf von Aqaba. Gegenüberliegend die Sinai Halbinsel und Israel. Jetzt gehts über die Grenze nach Jordanien.













































































































3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Hallo Vreni und Ernst, wie immer tolle Bilder und Einblicke in eure Reise. Ganz liebe Grüßle aus Peru von Andy und Michi
Liebe Beide, es war wirklich eine wunderbare gemeinsame Zeit in der Al Hisma Wüste! Wir freuen uns riesig, dass wir Euch so mitreißen und begeistern konnten. Geteiltes Glück ist bekanntlich doppeltes Glück! Bis hoffentlich bald, alles Liebe von Conny und Tommy, http://www.mantoco.com
Das sind sooo wunderbare Bilder einer mir gänzlich unbekannten Welt! Bin begeistert, einmal mehr!