Der Grenzübergang von Saudi-Arabien nach Jordanien ist einer der einfachsten und problemlosesten überhaupt. Obschon offiziell ein Visum benötigt wird, fragt an der Grenze niemand danach. Unsere Pässe reichen. Auf dem Zollgelände können wir uns sogar eine SIM-Karte für Jordanien besorgen und Geld wechseln. Dann sind wir schon fertig und fahren an den Süd-Strand des Golfs von Akaba, den wir kurz danach erreichen.
Akaba
Am Südstrand – Yamaniya Beach
Zusammen mit einigen Kollegen der Mantoco-Reisegruppe stehen wir am Südstrand von Akaba völlig frei und ungestört. Die Küstenwache kurvt mehrmals am Tag dem Strand entlang und winkt freundlich. Hier bleiben wir 8 Tage. Für zukünftige Reisen nehmen wir uns vor, öfter einmal länger als nur drei oder vier Tage zu bleiben, denn es ist einfach schön und wir geniessen es sehr. Es ist einfach herrlich hier. Die Menschen sind freundlich, aber nicht aufdringlich. Im Gegensatz zu Saudi-Arabien sehen wir hier wieder Familien mit Kindern am Strand und beim Picknick. Das freut uns und verbreitete eine lebendigere Atmosphäre.
Moevenpick Hotel
Einige Kilometer südlich des Strandes befindet sich das Moevenpick Hotel. Eines jener Hotels, welche man gerne einmal für einen Urlaub nutzen möchte. Das Hotel ist innen sowie auss sehr geschmackvoll gestaltet. Das Personal – zumeist von den Philippinen – mit gewinnendem Lächeln und und asiatischer Effizienz.
Verenas 70. Geburtstag in der Hizma Wüste wollen wir hier zusammen mit Thommy und Conny nachfeiern. Ein herrlicher Abend mit schöner Abendstimmung über dem Meer und netter Gesellschaft. Das i-Tüpfelchen ist der Umstand, dass die hier tatsächlich original Moevenpick Eis aus der Schweiz verkaufen. Unglaublich!












Durch das Land EDOM
Heute fahren wir durch das Land, in welchem einst die Edomiter siedelten. Die Edomiter waren die Nachfahren von Esau, dem Zwillingsbruder des Israelischen Patriarchen „Jakob“. Jakob erhielt von Gott den Namen „Israel“. Er hatte zwölf Söhne von vier Frauen, die Stammesfürsten der zwölf Stämme Israels.
Entlang der Hauptstrasse entdecken wir immer mal wieder einen Trinkwasser-Laden. An einer dieser Verkaufsstellen können wir unsere Wassertanks mit gutem Wasserdruck füllen. Die Landschaft ist karg. Unser Weg führt über eine Hocheben, leider mit wenig Aussicht, weil der Dunst so dicht ist. Später führt uns die Strasse durch malerische Bergdörfer und dann hinunter nach PETRA.




PETRA – Neustadt
Wir fahren zum empfohlenen Parkplatz, gleich neben dem Eingang zu den Petra-Ruinen. Regina und Peter stehen mit ihrem Lastwagen seit gestern hier. Das Wiedersehen mit den Beiden macht immer wieder Freude. Wir haben es gut miteinander. Deshalb gibts heute auch auswärts wieder Nachtessen. Zu viert ist es einfach noch schöner, auswärts zu gehen. Und sie kennen bereits ein passendes Restaurant und das Essen schmeckt hier wirklich sehr gut, obschon wir uns in einem jordanischen Touristen-Hotspot befinden.




PETRA – Ruinenstadt
Wadi Musa
Vom Eingang in die Petra Ruinenstadt gehen wir dem Weg des Wadi Musa entlang. Schon bald erreichen wir die ersten Ruinen. Rechterhand die Djinn Blocks und linkerhand das „Bab as Siq“ Triclinium. Ein Triclinium ist eine mit Bänken ausgestatteter Speiseraum. Hier in Verbundung mit dem Obeliskengrab, diente das Triclinium für Rituelle Bankette zu Ehren der Verstorbenen.
Nach der nächsten Rechtsschleife des Wadi Musa biegen wir links in den „Siq“ ein. Durch diese Schlucht führte einst das Wadi Musa, das durch die Nabatäer jedoch umgeleitet wurde.
Der „Siq“
Der Siq bildet den Eingang zu den umfangreichen Ruinen von Petra. Die Schlucht ist gut 1200m lang und endet beim „Schatzhaus des Pharao“. Entlang den Wänden links und rechts der Schlucht haben die Nabatäer Wasser-Zuleitungen eingemeisselt.
Andächtig und berührt wandern wir durch diese schöne Schlucht.




Das Schatzhaus des Pharao
Plötzlich öffnet sich der Siq-Canyon und wir stehen vor dem Schatzhaus des Pharao, vor dem „Khazne al-Firaun„. Doch beherbergte das „Schatzhaus“ nie einen Schatz des Pharao, sonder ist ein monumentales Mausoleum, das aus dem gewachsenen Fels herausgemeisselt wurde. Schatzhaus nennt man es, weil früher bei den Beduinen die Legende eines verborgenen Schatzes in dieser Ruine kursierte.
Heute vermutet man, dass der Königs Aretas des IV. dieses Mausoleum für seine Familie erbauen liess. Er regierte von 9 vor bis 40 nach Christus.
Wir freuen uns nicht nur an dem schönen Bauwerk, sondern auch an der gesammten Stimmung. Das heisst, wir machen aus der NOT (überquellend von Touristen) eine TUGEND (sich an ihnen freuen).




Petra – etwas Geschichte
Petra bedeutet „Felsen, Felsmassiv“ in altgriechsich, in nabatäisch hiess sie vermutlich Reqmu „die Rote“. Petra war in der Antike die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer. Wegen ihrer monumentalen Grabtempel, deren Fassaden direkt aus dem anstehenden Fels gemeißelt wurden, gilt sie als einzigartiges Kulturdenkmal.
Petra liegt in einem weiten Talkessel im Bergland von Edom. Dank ihrer strategisch günstigen Lage am Kreuzungspunkt mehrerer Karawanenwege, die Ägypten mit Syrien und Südarabien mit dem Mittelmeer verbanden, war die Stadt vom 5. Jahrhundert vor bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. ein bedeutender Handelsplatz. Insbesondere kontrollierte Petra einen wichtigen Knotenpunkt der Weihrauchstraße. Diese uralte Handelsroute führte vom Jemen aus an der Westküste Arabiens entlang und teilte sich bei Petra in einen nordwestlichen Zweig, der nach Gaza und in einen nordöstlichen, der nach Damaskus führte.
Petra liegt versteckt und gut geschützt zwischen schroffen Felswänden. Der Ort ist nur über einen schmalen Gebirgspfad von Nordwesten zugänglich oder von Osten her durch den Siq. Petra verfügte zudem über eine sichere Wasserversorgung. Das Wasser wurden über in den Fels gemeißelte Aquädukte in die Stadt geleitet sowie durch Terrakottaröhren. Das höchst komplexe Wasserversorgungssystem, das mehr als 200 Zisternen umfasste, speiste sich aus allen bekannten Wasserquellen im Umkreis von mehr als 25 Kilometern um die Stadt.
Petra Stadtzentrum
Nach dem Schatzhaus gelangen wir in das ehemalige Stadtzentrum mit vielen Palästen und Gräbern. Das Theater fasste etwa 8500 Personen und wurde im 1. Jahrhundert nach Christus durch den König Aretas dem IV. erbaut. Zwar entspricht es der römischen Bauart, weist jedoch andererseits klare nabatäische Stilelemente auf.
Die Ruinenstätte ist so umfangreich, dass wir nicht alle Highlights besuchen wollen. Wir lassen die Vielfals jedoch auf uns wirken und sind überwältigt.
Kolonadenstrasse und das Temenos Tor
Die Kolonadenstrasse wurde vermutlich im zweiten Jahrhundert n. Chr. von den Römern erbaut, um eine frühere Strasse der Nabatäer zu ersetzen, die dem gewundenen Verlauf des Wadi Musa, folgte. Sie wurde im Jahr 363 durch ein Erdbeben stark in Mitleidenschaft gezogen.
Das Temenos-Tor wurde höchstwahrscheinlich während der Herrschaft von Kaiser Trajan im zweiten Jahrhundert n. Chr. als zeremonieller Eingang zum heiligen Bezirk des Qasr al-Bint-Tempels erbaut. Es ist in Grundriss und Konzeption typisch römisch und hat möglicherweise ein früheres nabatäisches Tor ersetzt.
Der grosse Tempel
Der „Grosse Tempel“-Komplex ist mit Abstand das grösste Gebäude in Petra. Er ist über einen monumentalen Eingang, das Propyläen, zugänglich und verfügt über zwei aufeinanderfolgende Freiluftbereiche auf unterschiedlichen Höhen. Der untere Bereich bestand aus einem großen gepflasterten Innenhof, der auf jeder Seite von dreifachen Säulengängen flankiert war. Jede davon beherbergte 60 Säulen aus geschnitzten Trommeln mit importierten Kalksteinkapitellen, die mit geschnitzten Elefantenköpfen verziert waren, exotischen Symbolen der Macht. Einige davon wurden teilweise wieder aufgebaut. Ausgrabungen haben ergeben, dass der obere Bezirk, der über zwei monumentale Treppen zugänglich ist, ein kleines Freilufttheater mit halbkreisförmigen Sitzreihen beherbergte. Seine geringe Größe und sein Grundriss lassen vermuten, dass es als Ratssaal oder Justizsaal konzipiert war. Das Vorhandensein dieses Theaters und des angrenzenden Säulenhofs lässt vermuten, dass das Gebäude in erster Linie als städtischer Komplex unter der Schirmherrschaft des nabatäischen Königshauses diente.
Qasr Bint Far’un
Qasr Bint Far’un (Palast der Pharaonentochter) ist Petras ältester und ehrwürdigster Tempelkomplex. Der Name stammt aus einer lokalen Legende, die von einem Pharao erzählt, der, nachdem er seinen Schatz in der Urne der Schatzkammer versteckt hatte, die Hand seiner Tochter dem Ingenieur versprach, der in der Lage war, ein System zur Wasserversorgung des Palastes zu schaffen. In der Nähe der Stätte wurden zahlreiche Wasserkanäle entdeckt.
Das Qasr al-Bint-Monument ist fast quadratisch (27,90 m x 27,62 m) und steht auf einem Podium, das eine Höhe von 23 m erreicht. Als Haupttempel von Petra ist er ein Beispiel für hellenistische Architektur.
Der Kirchenkomplex
Die Petra Kirche
Die Petra-Kirche, eine dreiteilige Basilika, wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts n. Chr. erbaut. Ihr gut erhaltener Mosaikboden ist mit wunderschönen Illustrationen in runden Medaillons verziert, die verschiedene Motive darstellen und symbolische Personifikationen der vier Jahreszeiten, des Ozeans, der Erde und der Weisheit




Die Blaue Kapelle
Die Blaue Kapelle, benannt nach ihren vier blauen Säulen aus ägyptischem Granit, die wahrscheinlich von einem nahe gelegenen Nabatäer-Monument hierher gebracht wurden, soll etwa Mitte des 5. Jahrhunderts erbaut worden sein, also zur gleichen Zeit wie die Petra-Kirche. Die Blaue Kapelle könnte als Pilgerherberge oder als Wohnsitz eines Kirchenbeamten gedient haben.
Die Grat-Kirche
Die Ridge Church ist ein schlichtes Bauwerk mit zwei Flügeln, die das Kirchenschiff flankieren und durch jeweils fünf Säulen voneinander getrennt sind. Unter dem Kirchenschiff befindet sich eine große Zisterne, in der das Regenwasser vom Dach gesammelt wird. Die Ridge Church stammt aus dem späten 4. oder frühen 5. Jahrhundert und wurde aus Materialien aus nabatäischen und römischen Quellen erbaut.
Königsgräber
Die Königsgräber sind vier markante, großartige Grabstätten, die in die Westseite des Khubtha-Berges gehauen wurden und das Stadtzentrum überragen. Ihre aufwendige Architektur und ihre prominente Lage lassen darauf schließen, dass sie Familien aus den oberen sozialen Schichten Petras oder dem Königshaus beherbergten. Von rechts nach links sind dies: das Urnengrab, das Seidengrab, das Korinthische Grab und das Palastgrab.
Das Grab der römischen Soldaten
Der in den Fels gehauene Grabkomplex des römischen Soldaten in Wadi Farasa ist nach einer Büste im römischen Stil benannt, die eine militärische Persönlichkeit darstellt. Seine Fassade ähnelt der eines Urnengrabs mit Säulengängen, zweistöckigen Gebäuden und einem Triclinium gegenüber dem Eingang, das über einen großen Innenhof zugänglich ist. Die wohlproportionierte Fassade ist mit Pilastern und Säulen verziert, die drei Nischen umrahmen, wobei sich in der mittleren Nische eine männliche Figur in Militärkleidung befindet, begleitet von zwei Begleitern. Vermutlich stellen die drei Statuen an der Fassade ein Familienporträt dar, mit dem Vater in der Mitte und seinen Söhnen oder männlichen Verwandten zu beiden Seiten. Im Inneren des Grabes befinden sich mehrere Nischen, die wahrscheinlich zu Bestattungszwecken dienten. Jüngste Ausgrabungen des International Wadi Farasa Project ergaben, dass der Innenhof in der Zeit der Nabatäer, etwa in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr., erbaut und in der Römerzeit umgestaltet wurde.











































































1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort
Schon viel von Petra gehört, jedoch keine Ahnung von den verborgenen Schätzen und des grossen Ausmasses der vielen Kunstwerke! Ganz vielen Dank.