N A M I B I A

Caprivi Strip

Katima Mulilo

Der Grenzübergang von Sambia nach Namibia gestaltet sich einfach. Bei der Einfuhr unseres MAN stellt der Zöllner fest, dass wir vor 5 Jahren bereits einmal mit diesem Kontrollschild eingereist seien, aber auf Grund der Grösse unseres jetzigen Fahrzeugs zu wenig bezahlt hätten. Ein Bild des damaligen kleineren Fahrzeugs (Mercedes Sprinter) klärt die Situation auf. Er telefoniert mit Windhoek, damit unsere Daten entsprechend abgeändert werden können. Nach 10 Minuten Wartezeit ist es so weit und wir können die Strassengebühr begleichen (760 N$). Ich erzähle dies, um zu zeigen, dass es in Afrika nicht mehr ist, wie früher. Zollämter und Polizei sind mittlerweile gut vernetzt. Wenn da Fahrzeug-Ausbauer in Europa behaupten „das spielt in Afrika doch keine Rolle (zB mit einem überladenen Fahrzeug zu fahren)“ so zeigen diese Aussagen nur, dass derjenige keine Ahnung vom heutigen Afrika hat.

In Katima Mulilo lassen wir uns auf dem Campingplatz des Hotels Protea nieder. Wir wollen den Sambesi, diesen mächtigen Strom, geniessen, an dessen namibischem Ufer der Campingplatz liegt. Hier können wir nochmals über das tolle und günstige Internet von Sambia unsere Webseite nachführen und andere Dinge im Internet erledigen. Der Empfang von sambischer Seite ist sehr gut. In Sambia haben 100 GB Internetdaten etwa Euro 75 gekostet. Für etwa den gleichen Betrag erhält man in Namibia nur 15 GB. Was für ein Unterschied.

Es ist offensichtlich Frühling hier. Die Bäume treiben aus, die Vögel flattern munter hin und her und die Temperaturen steigen wieder. Zudem wurde der namibische Lockdown kurz vor unserer Ankunft am 2. August aufgehoben und Reisen ist damit wieder einfacher geworden.

Kazondwe Lodge

Wir fahren zur Kazondwe Lodge, die am Kwando-Fluss – besser: an den ausgedehnten Sümpfen des Kwando Flusses liegt. Der Kwando fliess vom angolanischen Hochland durch den Caprivi Streifen und bildet danach die Grenze zu Botswana.

Susanne und Mark pflegen und hegen die Lodge und kümmern sich um das Wohl der Gäste. Vom Restaurant aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die ausgedehnten Überschwemmungsgebiete des Kwando. Der Fluss selber ist kaum auszumachen. Und dieses Jahr liegt noch viel Wasser in den Sümpfen, da die letzte Regenzeit in Angola gut war.

Hier begegnen wir Armin und Penny aus der Schweiz (swillis.ch). Wir tauschen Erfahrungen aus, reden über Probleme mit unseren LKW’s, über unsere Reisen und unternehmen mit dem Briten Dan gemeinsam eine schöne Bootstour in den Sümpfen des Kwando.

Bootstour mit Dan

Die Bootstour mit Dan ist nicht sehr ergiebig bezüglich Wild-Sichtungen. Doch das ruhige dahingleiten durch die Sümpfe ist eine Wohltat und ein äusserst friedliches Erlebnis. Dennoch können wir in der Ferne eine riesige Elefantenherde beobachten, ganz unbemerkt tauchen Giraffen hinter Bäumen hervor und Antilopen weiden auf sumpfigen Inseln. Spannend wird es gegen das Ende der Tour, als unser Boot von einem untergetauchten Flusspferd bedroht wird. Vor dem Kentern bleiben wir Gott sei Dank bewahrt. Dan selber hat diese Erfahrung leider schon mehrmals machen müssen.

Mudumu Nationalpark

Von der Kazondwe Lodge fahren wir etwa 35 Km zurück in Richtung Osten, denn wir konnten eines der Wildniscamps im Mudumu Nationalpark für vier Nächte reservieren. Wir stehen auf Platz Nr. 1. Und schon am Nachmittag des Anreisetages hören und sehen wir Elefanten. Der sandige Platz an den Kwando Sümpfen ist nicht eingezäunt und wir sind alleine. Eine Herde Elefanten schreitet gemütlich an unserem Platz vorüber, doch jenseits des Gestrüpps, so dass wir sie nur hören, aber nur wenig sehen können. Ein Aussenseiter besucht uns aber auf unserem Platz, worüber wir uns sehr freuen. Das sind die Begegnungen, die einen Afrikabesuch unheimlich bereichern.
Am nächsten Tag dann beobachten wir sowohl auf der gegenüberliegenden Seite, wie auch auf unserer Seite der Sümpfe mehrere Elefantenherden, die das Wasser queren und vergnügt im und mit dem Wasser spielen. Herrlich.
An den Tagen Nr. 2 und 3 ist es ruhig, keine Elefanten mehr, nur noch einige schwierig zu fotografierende Vögel – Kingfisher – (Eisvogel kann man sie hier ja wohl nicht nennen. Dennoch – wie geniessen die Ruhe und die Natur um uns her ausgiebig und kosten diese aus bis zu Letzt.

Am Okawango

Nandu River Lodge

Wir wollen den Caprivi-Panhandle von Namibia voll auskosten. Deshalb ist unser nächster mehrtägiger Stop am Okawango angesagt. Der Okawango heisst hier in Namibia „Kawango“. Auch der Okawango entspringt im Bergland von Angola, bildet danach zeitweise die Grenze zwischen Angola und Namibia, fliesst durch den Caprivistreifen hindurch und mündet schliesslich im botswanischen Okawangodelta.

Die Nandu River Lodge liegt direkt am Ufer. Unterdessen sind die Temperaturen weiter angestiegen und es ist bereits hochsommerlich warm. Irgendwie sind wir zu faul, um von hier aus Ausflüge zu machen. So geniessen wir einfach das Leben in und ums Fahrzeug, gönnen uns zwischendurch auch einen Drink an der Bar.

Ndurukoro Camp

Unser nächstes Ziel: Das Ndurukoro Camp, ebenfalls am Okawango und gleichzeitig an der Grenze zu Angola gelegen. Hier werden wir erstmals mit der neuen Realität konfrontiert: Touristen und Einheimische sind wieder unterwegs und vorbei ist die Zeit der Corona gewirkten Einsamkeit auf Campingplätzen. Daran müssen wir uns zuerst gewöhnen, an lautes Sprechen, Gelächter aus vielerlei Munde und andere zivilisatorischen Geräusche bis tief in die Nacht hinein. Das Camp an sich ist wunderschön, der Besitzer – Leon – äusserst freundlich und angenehm und die Lage am Fluss fantastisch. Dennoch verlassen wir es etwas früher als ursprünglich geplant. Aber es ist eindeutig ein Ort zum wieder kommen.

Tsumeb

Tsumeb ist eine äusserst saubere und gut organisierte Kleinstadt im Norden Namibias, gehört also nicht mehr zum Caprivistreifen. Hier gibt es gute (und auch deutschsprachige) Ärzte, eine gute Apotheke, eine nette Shoppingmall und verschiedene gut dotierte Supermärkte, Campingzubehör etc.. Bekannt ist auch der Kupferquelle Resort mit einem schönen Campingplatz nach europäischem Modell und einem 50m Schwimmbecken, das allerdings auch von der Öffentlichkeit besucht wird. Hier verbringen wir einige Tage, bis wir in den Etosha Nationalpark hineinfahren können.

Etosha Nationalpark

Namutoni

Da wir am 5. September 2021 von Osten her in den Nationalpark einfahren, ist Namutoni unser erstes Camp im Nationalpark. Namutoni ist ein relativ gepflegtes und gut organisiertes Camp. Die Mitarbeitenden haben Corona genutzt, um den Campingplatz wieder in Schuss zu bringen. Alles sieht ordentlich aus und erstrahlt in neuer Farbe. Wir bleiben 3 Tage / 4 Nächte und besuchen die umliegenden Wasserstellen „Chudop“, „Klein Namutoni“, „Klein & Groot Otevi“, „Tsumcore“ und „Andoni“.

Offenbar ist Paarungszeit bei den Giraffen, denn ein erhabenes Männchen streicht stetig um ein Weibchen herum, riecht zwischendurch an ihrem Hintern und nutzt zuletzt die Gelegenheit zu einem Versuch, als das Weibchen am Trinken ist. Unfair – oder nicht? Jedenfalls schreckt sie sofort auf und das Männchen geht leer aus.

Obschon wir bei unserem letzten Besuch vor einigen Jahren mehr Tiere beobachten konnten, dominieren auch jetzt wieder die Elefanten die Szene.

Freund „Thomas“ ist zur Zeit „Strohwitwer“, weshalb er uns im Etosha Nationalpark begleitet. Er ist passionierter Fotograf und von der Wildtier-Fotografie so richtig „angefressen“. Ein guter Reisebegleiter für uns, der ebenfalls viel Geduld und Ausdauer beim Beobachten von Tieren mit sich bringt.

Natürlich bekommen wir noch weitere Tiere zu gesicht wie Zebras, Gnu, Kudu, Springböcke, und so weiter. Aber der „Kick“ bleibt aus. Wir erleben nicht die Fülle, wie auch schon und sehen hier auch keine grossen Katzen.

Halali

„Halali“ liegt rund 70 Km westlich von Namutoni. Hier haben wir sogar 4 Tage und 5 Nächte gebucht. Die Strassen in östlicher Richtung sind furchtbare Wellblechpisten. In westlicher Richtung geht es zum bekannten Rietfontein Wasserloch und von da aus hinaus auf die Grassavanne. Dieses Gebiet lieben wir, da man oft grosse Gnu- und Zebraherden beobachten kann, die wiederum Raubkatzen anziehen. Und in der Tat – in diesen Tagen sind uns Löwen gegönnt. Allerdings liegen sie faul im Schatten unter Bäumen oder im Gestrüpp. Einmal sind es zwei Männchen und ein Weibchen, das andere Mal acht Löwinnen. Allerdings ist das Daliegen nicht sehr fotogen, weshalb hier kein Bilderexzess zu erwarten ist. Ja und dann sehen wir um Halali verschiedentlich auch Nashörner.

An der Wasserstelle von Rietfontein erinnert der Grabstein von Johanna E. M. Alberts an die burischen „Durstland-Trekker“, die vor den in Südafrika vormarschierenden Briten flohen, da sie den Verlust ihrer Unabhängigkeit befürchteten. Eine Zeit lang siedelten die Buren an dieser Quelle, wo die Frau des Dorsland-Trekker-Führers, Gert Andries Jacob Alberts, erst 38 jährig verstarb.

Die Entdeckungen gemeinsam mit Thomas enden in Halali – seine Frau ist im Anflug. Wir reisen indessen weiter zum dritten Camp „Okaukuejo“.

Okaukuejo

Eigentlich könnten wir nochmals vier Tage / fünf Nächte im Etosha Nationalpark bleiben. Doch ist von Seiten Tierwelt hier nicht sehr viel los. Wir beschliessen deshalb, unseren Aufenthalt hier zwei Tage früher abzubrechen und fahren Nach Windhoek, um unser seit Sambia gebrochenes Federblatt austauschen zu lassen.

Windhoek

Namib Truck Center

Auf Grund von Empfehlungen begeben wir uns zum Namib Truck Center. Kai Oestlund leitet seinen Betrieb sauber und zuverlässig. Hier erhält unser MAN ein neues Federblatt und auch sonst noch einige Streicheleinheiten. Mit den Arbeiten sind wir vollumfänglich zufrieden. Kai und seine Frau sind zudem sehr hilfsbereit und freundlich, so dass wir uns hier sehr schnell wohl fühlen.

Elisenheim

Während unserem Windhoek Aufenthalt stehen wir auf dem Campingplatz der Gästefarm Elisenheim. Kollege Matthias hilft mir (oder besser, ich helfe ihm) bei der Reparatur des Bedienteils unserer Luftdruckregelanlage. Die schweren Schalter und Anzeigen hat unser Ausbauer leider nur in eine viel zu schwache Radioblende aus Kunststoff eingebaut. Bevor wir auf Schotterpisten weiter fahren können, müssen wir hier eine Lösung finden.

LKW Fahrer Treffen

Ganz zufällig, also völlig ungeplant, ergibt sich auf Elisenheim ein LKW-Fahrer-Treffen. Rita und Freddy Reck mit MAN 10.220 sowie Sabine und Matthias mit VW-MAN G90 kennen wir bereits. Kathrin und Hans von „Otto-Mobil“ mit MAN kennen wir erst aus Instagram. Es ist schön, euch alle hier zu treffen und gemeinsame schöne Stunden zu erleben.

Kaokoveld

Das Kaokoveld ist ein unerschlossenes, gebirgiges Gebiet ganz im Nord-Westen von Namibia. Mit einer Fläche von etwa 50’000 Km2 ist es sogar grösser als die Schweiz. Für den Besuch des Kaokovelds sind Allrad-Fahrzeuge und genügend Bodenfreiheit notwendig. Da in diesem Gebiet praktisch keine Infrastruktur vorhanden ist, müssen einerseits alle Treibstoffe, Lebensmittel und Wasser mitgenommen werden können, andererseits ist es besser, sich in Begleitung aufzumachen, da eine allfällige Fahrzeugbergung eine Vermögen verschlingen würde und die Kommunikation nach aussen nicht sichergestellt ist.

Wir brechen gemeinsam mit Esther und Thomas aus der Schweiz auf. Die Beiden sind bereits seit 2014 mit ihrem MAN LKW „Muck“ unterwegs (Fernost, Nahost, Afrika) und verfügen daher über mehr Erfahrung als wir. Das ist uns sehr willkommen. Einige Bilder, die uns in Aktion zeigen, wurden von Thomas (tmpicture) aufgenommen.

1. Tag: Opuwo – Hoarusib

Von Opuwo aus fahren wir über Kaoko Otavi bis an den Hoarusib Fluss. Nach der dritten Flussquerung finden wir einen ruhigen und idyllischen Übernachtungsplatz direkt am „Fluss“, der tatsächlich noch ein Rinnsal Wasser führt.
Bis Kaoko Otavi ist die Schotter-Strasse in sehr gutem Zustand. Das ändert sich danach rasch. Die Strasse D3707, der wir folgen, verwandelt sich teilweise in eine bachbett-ähnliche Piste mit steilen Abfahrten zu Nebenflüssen und ebensolchen Auffahrten. Die Landschaft wird zusehends gebirgiger und beginnt immer mehr zu begeistern.
Nur noch wenige Menschen leben in diesem Gebiet. Da und dort künden einige erbärmliche Hütten davon, dass wir immer mehr in kaum besiedeltes Gebiet vordringen. Entsprechend ruhig und einsam ist die erste Nacht am Hoarusib. Diese Ruhe und Einsamkeit geniessen wir in vollen Zügen – sie macht süchtig.

2. Tag: Hoarusib – Marble Camp

Heute überqueren wir auf der Strasse D3707 mehrere Gebirgszüge und damit auch verschiedene Gesteinszonen. Die Farben verändern sich immer wieder.
Zu Beginn geht die Piste durch ein „schwarzes“ Tal stetig hoch (Bild). Die Piste ist oft schmal und rauh, aber bis auf einige Ausnahmen gut zu fahren. Eine dieser Ausnahmen folgt auf der anderen Bergseite – eine arg ausgewaschene Abfahrt (Bild), da wo durchdrehende Fahrzeuge tiefe Mulden gegraben haben.
Für die letzten 30 Km verlassen wir die D3707 und fahren auf einer Piste in nördlicher Richtung zum Marble Camp.
Für die gut 90 Km benötigen wir ungefähr 6 reine Fahrstunden, was einem Durchschnitt von 15 Km / Stunde entspricht. Wir sind also langsam unterwegs, werden immer wieder auch durchgeschüttelt. Grosse Konzentration beim Fahren ist notwendig und das Fahren ist harte Arbeit, da wir dauernd Gänge rauf und runter schalten müssen.

Himba Familie

Das Kaokoveld ist sehr dünn besiedelt. Trotzt der widrigen Lebensumstände leben hier vereinzelt Herero- und besonders auch Himbagruppen.
Einer Himba-Familie begegnen wir direkt an der Strasse, deren Fortschritt offenbar ein transportables Igluzelt anstelle der traditionellen Hütte ist.

3. Tag: Marble Camp

Nach drei Fahrtagen (2 seit Opuwo) gönnen wir uns einen Ruhetag auf dem Marble Camp. Wäsche waschen, etwas feines Essen und ein Überraschungsdessert von Esther und Thomas – was will man mehr?

4. Tag: Marble Camp – Green Barrel

Zuerst steuern wir Orupembe an, beim „Shop One“ soll es kaltes Bier zu kaufen geben. Leider sind unsere Bemühungen umsonst – der Biervorrat ist ausgegangen und wir stehen vor verschlossenen Türen. Sehr schade, denn in der Eile haben wir „alkoholfreies Bier“ eingekauft, das wirklich nicht gut schmeckt.

Thomas und Esther überraschen die beim Shop One herumsitzenden Kinder mit einem neuen Ball – und das Ballspiel beginnt sofort. Die Mutter freut sich, die Kinder freuen sich. Was für eine gute Idee! Da können wir uns noch ein Stück abschneiden.

Nach Orupembe biegen wir westwärts ab auf eine Piste ab, die uns über eine weite Landschaft und viel „Wellblech“ von rund 1000 Höhenmetern auf unter 600m an den Rand des Skeletton National Parks bringt. Etwa 3 Km vor der „Grünen Tonne“ übernachten wir an einer schönen Felswand.

5. Tag: Green Barrel – Hartmann-Tal

Wir erreichen nach kurzer Fahrt das „Grüne Fass„. In dieser Gegend gibt es keinerlei Wegweiser. Deshalb haben enthusiastische Reisende an wichtigen Knotenpunkten farbige Fässer aufgestellt. Das Grüne Fass markiert den Beginn der Sandpiste zum Aussichtspunkt des Hartmann-Tales sowie die ostwärts, in Richtung des „Orangenen Fasses“ abgehende Piste.

Ab jetzt fahren wir durch Sand. Der Reifendruck ist abgesenkt. Der Sand scheint hier vom Wind verfestigt, so dass er verhältnismässig gut trägt. Lediglich die letzten etwa 14 Km, hier geht es kontinuierlich bergauf, müssen wir den Motor in einer höheren Drehzahl arbeiten lassen.

Am frühen Nachmittag erreichen wir den Aussichtspunkt über das Hartmann-Tal und hinüber in die Hartmann-Berge. Die Aussicht ist atemberaubend. Doch wütet gerade ein Sandsturm und die Aussicht wird von starkem Staub in der Luft behindert. Gegen Abend lässt der Wind nach und wir haben eine ruhige Nacht. Abend auf dem Aussichtspunkt zum Hartmann-Tal.

Herrlicher früher Morgen am Aussichtspunkt über dem Hartmann-Tal. Unser Blick geht in Richtung Osten. Von Norden her ist Nebel eingezogen, der sich mit aufgehender Sonne langsam zurückzieht.

Kaokoveld Route

Während 16 Tagen haben wir im Kaokoveld knapp 1000 Km zurück gelegt. Wie bereits geschrieben, ist die ganze Region unerschlossen und Treibstoff, Trinkwasser und Lebensmittel müssen für die gesamte Dauer mitgeführt werden plus notwendige Reserven für den Notfall. Brauch-Wasser kann (voraussichtlich) auf dem Marble Camp und auf dem Camp Syncro am Marienfluss, sowie in Purros nachgefüllt werden. In Orupembe ist (oder war?) gekühltes Bier erhältlich, in Purros gibt es einen kleinen Lebensmittelhändler. Unser Dieselverbrauch belief sich insgesamt auf etwa 35 bis 38 Liter / 100 Km.
Das Befahren der Trockenflüsse oder das Übernachten in Trockenflüssen kann gefährlich sein, da im Besonderen während der Regenzeit plötzlich Flutwellen das Bachbett ausfüllen können durch entfernte Gewitter, selbst wenn der Himmel am Ort tief blau ist. Fahrtechnisch muss das Fahrzeug beherrscht werden und mindestens grundlegende Kenntnisse und Erfahrung im Offroad fahren sollte vorhanden sein.

6. Tag: Hartmann-Tal – Blue- and Red Barrel

Oben, am Aussichtspunkt, haben wir uns gefragt, wo die Piste durch das Hartmann Tal denn durchführen könnte, denn das ganze Tal ist gefüllt mit Sand und nochmals Sand.
Vom Aussichtspunkt fahren wir etwa 160 Höhenmeter hinunter in das Hartmann Tal und von da durch das ganze Tal wieder hoch bis zum 0rangefarbenen Fass.

Die Strecke vom orangefarbenen zum blauen und weiter zum roten Fass ist steinig und unangenehm und zieht sich hin. Nebst einigen steilen Ab- und Auffahrten zu Nebenflüssen, ist besonderes Augenmerk den Reifen geschuldet, damit diese nicht von einem kantigen Stein aufgeschlitzt werden. Doch kommen wir schliesslich am roten Fass gut an. Hier kommt eine jüngere Himba Frau eilends zu uns, um Handarbeiten zu verkaufen. Nach dem roten Fass, ausserhalb des bewohnten Gebiets, übernachten wir an einer erstaunlich bewachsenen Felswand.

7. bis 9. Tag: Mariental und Camp Syncro

Heute fahren wir durch das sandige Mariental zum Camp Syncro. Der Sand ist etwas weicher und ändert seine Farbe von orange-rot zu hellgelb. Das Tal ist weit und die Landschaft faszinieren.

Das Camp Syncro liegt direkt am Kunene, dem Grenzfluss zu Angola. Es wurde vor vielen Jahren von einem Schweizer Paar gegründet und lange Jahre auch geleitet.
Wir geniessen den Schatten der grossen Bäume., da hier am Kunene die Temperaturen viel höher sind, da die atlantischen Luftströme diesen Talkessel nicht mehr erreichen.
Esther und Thomas überraschen uns mit einem echten Schweizer-Fondue, das trotzt der Hitze vorzüglich schmeckt – und zur Nachspeise gibt es sogar improvisierte aber sehr aromatisches Pistazien-Eis. Lecker.

10. bis 12. Tag: Camp Syncro – Purros

Durch das Mariental geht es zurück und „über“ das blaue Fass fahren wir erneut dem Rand des Skeleton Coast Nationalparks entlang. Besonders die letzten 70 Km vor Purros sind sehr reizend. Wir durchfahren eine Mondlandschaft aus Sand und Fels, vorbei an der Felsformation „The Grizzly Bear“. Am frühen Morgen erleben wir wieder das Phänomen, dass Nebel von der etwa 40 Km entfernten Küste einzieht, sich bei Sonnenaufgang aber schnell verflüchtigt.

Kunst im Kaokoveld

Ein unbekannter Künstler positionierte verteilt über das gesamte Kaokoveld kleine Skulpturen aus Draht und Stein. Einige dieser Skulpturen entdecken wir.

13. und 14. Tag: Purros

In Purros legen wir zwei Ruhetage ein. Die Aussicht vom Omenje Camp, direkt am Hoarusib, ist atemberaubend. Der Besuch des Himbadorfes von Purros ist ein Reinfall. Die Damen sind nur auf Verdienst aus. Nach dem wir den obligaten Zucker und das Maismehl abgegeben haben, startet die „Vorführung“. Doch schnellst möglich gehen die Damen zum Souvenirverkauf über. Wir kaufen auch, weil kein Eintrittsgeld verlangt wurde. Doch weit gefehlt. Zum Schluss halten sie uns ein Buch unter die Nase, in das wir uns einschreiben müssen – und danach soll noch das Eintrittsgeld bezahlt werden. Unsere Reaktion haben sie sicher nicht erwartet, denn, nachdem wir den Eintrittspreis beglichen, die erstandenen Souvenirs gegen Geldrückgabe zurückgetauscht und unsere Naturalienspende wieder an uns genommen haben, waren die Damen unter sich mit einer heftigen Diskussion beschäftigt.

15. und 16. Tag: Hoarusib und Hoanib

Die letzte Etappe unserer Reise durch das Kaokoveld führt uns zuerst den Hoarusib westwärts, bzw. abwärts, danach queren wir das Gebirge entlang der Grenze zum Skeleton Coast Nationalpark zum Hoanib.

Wir finden bei Purros den tiefsandigen Einstieg in den Hoarusib und folgen der deutlichen Spur im Flussbett. Der Hoarusib führt in diesem Bereich Wasser. Vermutlich tritt hier Grundwasser an die Oberfläche. Mit etwas mulmigem Gefühl in der Magengegend queren wir immer wieder das Wasser. Natürlich haben wir den Reifendruck entsprechend angepasst und kommen so gut durch.

Auf einer einen Hügel hinaufsteigenden Sanddüne finden wir einen idyllischen Platz für unsere letzte Nacht im westlichen Kaokoveld.

Heute fahren wir den Hoanib „flussaufwärts“, das heisst von West nach Ost. Die ersten Zweidrittel des Flusses sind nicht nur sehr gut zu fahren – der Sand ist nicht allzu weich – sondern auch wunderschön. Herrlich, diese Natur. Doch leider lassen sich auch hier keine Wüsten-Elefanten erblicken. Danach wird die Piste enger und führt durch viel Gebüsch, ist auch nicht immer klar zu erkennen. Hier müssen wir besonders auf vorstehende kantige Felsen und Steine achten. So sind wir froh, nach dem „Elephant Song Camp“ wieder auf offeneres Terrain zu stossen.

Doch wartet auf uns Chauffeure noch eine letzte Herausforderung. Die letzten etwa 1000 Meter vor der Schotterstrasse D3707 bestehen aus feinstem Staub und viele tiefe Spuren zeugen von eingesunkenen Fahrzeugen.
Wir zirkeln zwischen den zahlreichen Bäumen mit konstanter Geschwindigkeit und hoher Drehzahl durch, stets darauf achtend, nicht vom eigenen Feinstaub eingeholt zu werden. Und plötzlich ist es geschafft! Erleichterung!

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Roland und Caro
    19. November 2021 18:28

    Es macht viel Freude deine tollen und informativen Berichte zu lesen. Viel Spaß DIN weiteren Verlauf.

    Antworten
  • Faik und Katrin
    19. November 2021 17:28

    Danke das wir an euren reise teilhaben zu dürfen
    Sehr schöne Fotos
    Vielen Dank und weiterhin gute Fahrt
    Beste Grüsse
    Faik und Katrin

    Antworten

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