Heimweg – Türkei

Türkei

Die Ausreise aus dem Irak ist zumindest etwas einfacher, als die Einreise. Die türlische Grenze hingegen ist wieder sehr gut organisiert. Es gibt nur zwei Posten, die Immigration (Einreise) und den Customs (Zoll). Nach kurzer Zeit und freundlicher Behandlung sind wir durch.

Wir fahren gleich los, um heute möglichst viele Kilometer zu schaffen. Nachdem wir auf unserer bisherigen Reise durch den nahen Osten so viel gesehen und erlebt haben, sind wir müde und planen deshalb keine Besichtigungen mehr. Unser Motto heisst deshalb: Fahren und Landschaft geniessen.

In Kiziltepe fahren wir zu einem „TIR-Parki“, einem Lastwagen Parkplatz und dürfen dort für eine kleine Gebühr übernachten. Der Platzwart hatte so Freude an uns, dass er uns ein Rosensträusschen und ein duftendes Brot schenkte. Herrlich.
Nach einer ruhigen Nacht fahren wir ausgeruht weiter bis zum Campingplatz von Gaziantep, der eine gute Infrastruktur bietet und geeignet ist, in Ruhe wieder einmal Wäsche zu waschen und Wasser aufzutanken.

Gaziantep

Auf dem Campingplatz von Gaziantep treffen wir wieder einmal Überlandfahrer.
Eine Niederländische Familie, Kim mit Mann und Sohn, ist unterwegs mit Landrover und Geländewohnwagen in Richtung Zentralasien und Mongolei.
Christian und Sybil von „Benny goes Overland“ stehen ebenfalls eine Nacht neben uns. Die beiden haben ihr Fahrzeug abgeholt, das sie in Georgien über den Winter stehen liessen. Und nicht zuletzt, sind auch Peter und Regina, unsere Kollegen, auch wieder hier.
Für ausführlicheren Kontakt sind wir jedoch zu müde, es scheint, dass eine gewisse Anspannung nach dem Irak nun nachlässt und uns müde macht.

Da unsere Bremslichter hinten nicht leuchten, fahren wir zur MAN-Garage von Gaziantep, wo der Schaden behoben wird. Danach ziehen wir durch bis Tarsus.

Tarsus

Der Campingplatz von Tarsus ist nach wie vor kostenlos. Wir nutzen die Gelegenheit, im schönen und gepflegten Restaurant gleich nebenan zu speisen. Tolle Atmosphäre und gutes Essen und wieder einmal Bier am Tisch.

Fahrt der Küste entlang

Heute fahren wir der Küste entlang nach Yesilovacik, einem kleinen Tourismus Dorf an der Küste. Wir treffen Faik und Katrin aus der Schweiz und stehen gemeinsam direkt am Kiesstrand.

Die Fahrt der Küste entlang war sehr mühsam. Die ganze Küste scheint verbaut zu sein. Viel Verkehr, viele Lichtsignale, viele Ortsdurchfahrte. Uns hats gereicht und wir suchen uns eine Strecke auf Nebenstrassen durch das Landesinnere.

Über das Taurus-Gebirge

Eine schmale aber geteerte Strasse führt in vielen Kurven von der Küste hinauf ins Taurus-Gebirge. Über eine Hochebene sowie zwei Pässe gelangen wir an den Ermenek Stausee. Durch eine wunderbare Kulturlandschaft geht es langsam auf und ab bis wir den höchsten Punkt am Moca-Pass erreichen.
Wir sind ausser uns, denn unsagbar schön empfinden wir diese gemütliche Fahrt auf türkischen Nebenstrassen. So erreichen wir den Ermenek Stausee mit tiefen Glücksgefühlen.

Ermenek Stausee

Der Stausee liegt auf knap 700 m über Meer und weist eine Fläche von 58 Km2 auf bei einer Länge von etwa 27 Kilometern. Die Staumauer ist 210 m hoch und 132 m lang. Vom 1525 m hohen Moca-Pass kommend wirkt der darunterliegende See wie ein Juwel in der Landschaft. Am Stausee finden wir nach etwas Suchen einen Platz am Waldrand und erleben eine ruhige und gute Nacht.

Vom Ermeneksee nach Beysehir

Nochmals steigt die Strass hoch hinauf in die Berge, An der höchsten Stelle auf knapp 1900 m haben wir wunderbare Aussichten. Das Dorf Taschkent liegt auf über 1500 m und drängt sich dicht an einen Berghang. Danach, auf moderaten Höhen fahren wir wieder vorbei an wunderschönen Blumenwiesen. Auch heite geniessen wir diese wunderschöne Fahrt und freuen uns über die herrliche Landschaft.

Ermenek
Taşkent

Beyşehir

Beysehir ist eine Kleinstadt, die auf gut 1000 m am gleichnamigen See liegt. Seine Fläche misst 651 km², seine Länge 45 km und seine breiteste Stelle 25 km. Seine maximale Tiefe beträgt 10 m. Der See ist bekannt für seinen Fischreichtum. Die Hethiter waren auch hier, sie lebten etwa um 1200 vor Christus und ihr zentraler Siedlungsbereich lag in der Türkei bis hinunter nach Israel.

Wir nutzen Beysehir nur als Ort zum über Nacht stehen und zwar im Park am See, Heute herrscht reges Treiben im Park und wir schauen dabei gerne zu.

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Pisidien

Das antike Pisidien liegt im westliche Taurusgebirge und entspricht heute ungefähr der Provinz Antalya.
Der Apostel Paulus und Barnabas besuchten, wie in der Apostelgeschichte berichtet wird, im Verlauf von Paulus‘ erster Missionsreise Antiochia in Pisidien, und die Predigt des Paulus in der dortigen jüdischen Synagoge verursachte großes Aufsehen unter den Bürgern, doch der darauf folgende Konflikt mit den Juden führte zu ihrer Vertreibung.

Pisidien ist verhältnismässig einsam, wenig Verkehr, aber wunderschöne Landschaften. Unsere Strecke führt uns auch am östlichen Ende des Egirdir See entlang, wo wir in einem verwahrlosten Park unsere Mittagsrast halten.

Ishikli See

Im späten Nachmittag erreichen wir den Ishikli See. Der ursprüngliche See wurde in den Jahren 1950–1953 zu Bewässerungszwecken zusätzlich aufgestaut. Der See wird vom Großen Mäander Fluss durchflossen. Die Wasserfläche beträgt 64 km² und liegt auf einer Höhe von 816 m.
Nach unserem Dafürhalten würde sich die Vogelfotografie an diesem See lohnen, jedoch nur mit wirklich „langen“ Objektiven, denn mit dem Feldstecher können wir viele Vögel beobachten. Und damit ist bereits gesagt, dass wir die Nacht hier, in der Nähe des Sees verbringen.

Über Ivrindi nach Canakkale

Entlang eines romantischen Flüsschens gelangen wir nach Ivrindi und von da aus über dicht bewaldete Hügel nach Canakkale und an die Dordanellen. Die Strassen sind sehr schmal und höchste Konzentration ist gefragt, aber die Landschaft begeistert auch heute aufs Neue.

Dardanellen und Golf von Saros

Zwar gibt es heutzutage eine Brücke über die Dardanellen, doch ist für uns die Fähre romantischer. Danach fahren wir weiter zum Golf von Saros und erleben dort unsere letzte Nacht in der Türkei.

 

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